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Lehrerwohnung verkauft

Ärger in Lütgenrode Lehrerwohnung verkauft

Durch Lütgenrode ist eine Woge der Verärgerung gezogen. Die Gemeinde hat die Wohnung am Dorfgemeinschaftshaus verkauft. Im Dorf herrscht nun die Angst vor dem Aus für ausgelassene Feiern im Dorfgemeinschaftshaus.

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Doppelnutzung: Dorfgemeinschaftshaus und Wohnung in Lütgenrode.

Quelle: Hinzmann

Die ehemalige Schule als Dorfgemeinschaftshaus und die anliegende Lehrerwohnung seien eine Einheit, befindet der Ortsbürgermeister Walter Möhle (FDP). Sie seien durch keine vernünftige Schallschutzwand getrennt. Bei dem bisherigen Mieter und jetzigen Eigentümer sei das kein Problem. Er habe sich an die Geräuschkulisse gewöhnt. Mit einem anderen Bewohner könne das anders werden, befürchtet er. So hätten als Reaktion auf den Verkauf zunächst mehrere Ortsratsmitglieder zurücktreten wollen. Viele Menschen im Dorf seien verärgert.

Dazu gehört auch der stellvertretende Ortsbürgermeister Martin Holz (CDU). Die Gemeinde Nörten-Hardenberg habe das Dorfgemeinschaftshaus im Rahmen der Gebietsreform von Lütgenrode übernommen. Nun veräußere sie das Haus, nennt er als Grund für seinen Unmut, zumal das Geld aus dem Verkauf nicht einmal dem Dorf direkt zugute komme. „Warum muss das Tafelsilber verkauft werden“, fragt Holz und befürchtet: Wenn jemand anders als der jetzige Bewohner in die Lehrerwohnung einzieht, kann schnell Schluss sein mit langen Nächten. Von einem Rücktritt aus Verärgerung hält er aber nichts mehr. „Wir können Lütgenrode doch nicht führungslos lassen.“

Der SPD im Dorf wird nachgesagt, dass sie aus Protest beschlossen habe, keine Liste für die Kommunalwahl aufzustellen. Doch Erwin Pietsch (SPD) rückt dieses Bild wieder gerade. „Es gibt nicht genügend Kandidaten“, sagt er. Nach rund 20 Jahren in der Kommunalpolitik will er selbst auch nicht mehr weitermachen. So habe der SPD-Ortsverein bei der Jahreshauptversammlung beschlossen, keine Liste aufzustellen. Pietsch setzt nach: Im Gemeinderat sei er als einziger von Anfang an für den Verkauf gewesen.

Für jeden Ort sei es ein Problem, wenn Einrichtungen aus dem Ortsteil verkauft würden, zeigt die stellvertretende Gemeindebürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel Verständnis für die Aufregung im Ortsrat. Doch in der früheren Lehrerwohnung hätte die Gemeinde jetzt investieren müssen. Aufgrund der sehr guten Erfahrung mit dem Mieter, der auch Hausmeister für das Dorfgemeinschaftshaus ist, habe sich die Gemeinde deshalb entschlossen, ihm die Wohnung zu verkaufen. In den 13 Jahren, in denen er dort wohne, habe er sich nicht ein einziges Mal beschwert. Für „alle Eventualitäten“ habe die Gemeinde aber vertragliche Regelungen getroffen. So habe sie sich im Falle des Weiterverkaufs auch das Vorkaufsrecht vorbehalten.

Von Ute Lawrenz

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