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Lizenzmodell: Immer mehr E-Books von Göttinger Bibliothekskunden geliehen

E-volution? Lizenzmodell: Immer mehr E-Books von Göttinger Bibliothekskunden geliehen

Es könnte so schön sein: Mit ihrer Digitalisierung werden Bücher leichter und schneller erhältlich. Viele Verlage wissen aber immer noch nicht, ob sie die neuen Möglichkeiten fördern oder verteufeln sollen. Diese Unschlüssigkeit bekommen vor allem Bibliotheken und ihre Nutzer zu spüren.

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Eigentlich am Puls der Zeit: Die Stadtbibliothek verleiht nicht nur E-Books, sondern auch Lesegeräte.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Ein Blick in die Göttinger Stadtbibliothek zeigt, dass der Verleih von E-Books eine Erfolgsgeschichte sein könnte – wenn endlich ein Lizenzmodell gefunden wird, das Nutzer und Verlage zufrieden stellt.

Matthias Klemp, Verantwortlicher für das als Onleihe bezeichnete E-Book-Angebot, schüttelt bei einem Blick auf die Vormerkliste den Kopf. „Das derzeitige Lizenzmodell  ist uns ein Dorn im Auge. Der Verleih von digitalen Inhalten bildet einfach nur den natürlichen Ausleihvorgang ab.“

Das bedeutet: Obwohl ein Exemplar eigentlich von beliebig vielen Nutzern gleichzeitig gelesen werden könnte, ist es Bibliotheken derzeit nur möglich, jede E-Book-Datei exakt ein Mal zu verleihen – ganz so, als ob es sich um ein normales Buch handeln würde. Dazu kommt, dass eine vorzeitige Rückgabe derzeit unmöglich ist.

Wachsende Zahl der digitalen Leser

Die Datei wird nach 14 Tagen automatisch unbrauchbar. Was all das für die wachsende Zahl der digitalen Leser der Stadtbibliothek bedeutet, lässt sich am neuen Roman von Jonas Jonasson zeigen. Von „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ sind zwei digitale Lizenzen verfügbar, die derzeit bereits 19 mal vorgemerkt wurden.

Klemp

Klemp

Quelle:

Obwohl der Download nur wenige Sekunden dauern würde: Wer heute Lust auf das Buch verspürt, muss bis Ende Juli Geduld haben. Oder die Printversion ausleihen, die ohne Weiteres verfügbar ist.

Klemp ist verärgert, dass er den neuen Lesegewohnheiten seiner Kunden nicht entsprechen kann: „Für uns ist es auch ein Problem, dass viele Verlage überhaupt nicht mitmachen.“ Damit meint er, dass von den E-Books auf der Spiegel-Bestseller-Liste nur rund 50 Prozent für Bibliotheken zugänglich sind.

Das ist besonders schade, da die Zahl der Nutzer digitaler Bücher in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Zählte Klemp 2007, dem ersten Jahr der Onleihe, noch 322 digitale Leser, nutzten 2013 bereits 1665 Kunden das Angebot, das von der Divibib GmbH an Bibliotheken in ganz Deutschland vertrieben wird.

Serielles Lizenzmodell

Divibib gehört zum Unternehmen Ekz.Bibliotheksservice. Dessen Geschäftsführer Jörg Meyer wünscht sich ein serielles Lizenzmodell, wie es beispielsweise in den USA erfolgreich angewendet werde. Bibliotheken ist es damit möglich, eine Datei beliebig oft zu verleihen. Dafür muss die Lizenz aber nach zwei Jahren verlängert werden.

Bis es in Deutschland zu so einer Regelung kommt, sieht Meyer die Kommunen in der Pflicht, den Bibliotheken unter die Arme zu greifen: „Es wäre aus kommunaler Finanzierungssicht wünschenswert, dass den Bibliotheken mehr Etat für ein umfassendes Bestandsmanagement zur Verfügung gestellt würde. In meinen Augen gehen viel zu wenig Steuereinnahmen in die Bildung.“

Immerhin: Die vorzeitige Rückgabe von E-Books soll noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Für Klemp bedeutet das einen ersten Schritt in die richtige Richtung. Damit das digitale Lesen auch in Bibliotheken so richtig erfolgreich wird, müssen aber noch weitere folgen.

von Jonas Rohde

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