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„Made in GDR – 40 Jahre DDR-Spielzeug“

Modellbörse „Made in GDR – 40 Jahre DDR-Spielzeug“

Passend zu den vielen Veranstaltungen zum Thema Untergang der DDR widmet sich 20 Jahre nach dem Mauerfall eine Ausstellung einem ganz anderen DDR-Thema: „Made in GDR – 40 Jahre DDR-Spielzeug“ heißt die Präsentation, die Cornelia und Martin Schmidt am Sonnabend, 8. November, im Rahmen ihrer Modellbörse zeigen.

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Gefragt bei Sammlern: Espewe-Feuerwehrmodelle.

Quelle: EF

Dabei hat die Spielzeugentwicklung in der DDR ihre ganz eigene Geschichte, sagt Martin Schmidt: „Geprägt durch Materialknappheit und Improvisationen. Aus Holz, Blech, etwas Plaste Anteile und Bakelit, einem frühen Kunststoff, begannen viele Kleinsthersteller, die ersten Modellautos und Eisenbahnen auf den Markt zu bringen.“ Die daraus folgende große Vielfalt der frühen DDR-Spielzeugwelt fand jedoch bald ein Ende: Um das Modell Planwirtschaft zu zementieren, wurden viele Hersteller enteignet, ihre Firmen zu „Volkseigenen Betrieben“ (VEB) zusammengefasst, aber: „Schon Mitte der 50er Jahre“, erläutert Schmidt, „waren die meisten Produkte gegenüber den westlichen nicht mehr konkurrenzfähig.“

Große Pläne für Plaste

1960 wollte die DDR-Führung das ändern. Vorgesehen war, das DDR-Spielzeug unter Anwendung moderner Werkstoffe („Plaste“) weltmarktfähig zu machen. Die Produktion konzentrierte sich auf mechanisches und elektromechanisches Spielzeug, Plastpuppen und Plüschspielzeug, aber, so Schmidt: „Problematisch durch die Zentralisierung war die zu lang dauernde Planungsphase“, sagt Organisator Martin Schmidt. „Spielzeuge waren teilweise veraltet bevor sie auf den Markt kamen, sie wurden außerdem über zu lange Zeiträume produziert.“ Der fehlende direkte Kontakt zwischen Spielzeugherstellern und Markt war eine weitere Ursache der schlechten Produktweiterentwicklung. Manchmal aber, sagt Schmidt, kamen erstaunlich hochwertige Produkte auf den Markt – so etwa die heute sehr gesuchten Espewe-Feuerwehrmodelle.

Auch den Exportbemühungen der notorisch devisenklammen DDR war wenig Erfolg beschieden, meint Schmidt: „Die Modelle waren zwar überaus preiswert; oft aber qualitativ nicht zeitgemäß, Verpackungen eher trist und die Modelle häufig hoffnungslos überaltert.“ Und für Kuriositäten wie den Plattenbau-Baukasten „Der kleine Großblock-Baumeister“ interessierte sich im Westen niemand.
Das Ende kam mit der Wende – und zwar schnell. Kaum jemand wollte das im Vergleich zu westlichen Produkten unattraktive und unmoderne Spielzeug mehr haben. Fast alle Firmen wurden geschlossen, Reste verramscht. Und nur wenige Liebhaber interessierten sich für das nunmehr abgeschlossene Sammelgebiet.

Die Modellbörse am 8. November findet diesmal im Bürger-Schützenhaus am Schützenplatz statt. Öffnungszeit ist von 10 bis 16 Uhr.

Von Matthias Heinzel

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