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Massive Fundamente verzögern Arbeiten

Arbeiten im Kunstquartier Massive Fundamente verzögern Arbeiten

Die vorbereitende Arbeiten für das geplante Galeriehaus im Göttingen Kunstquartier in der Düsteren Straßen schreiten voran. Allerdings langsamer als geplant. Grund: massive Fundamente von Vorgängerbauten, die zunächst vorsichtig abgetragen werden müssen.

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Arbeit an der Basis: Alte Fundamente im Kunstquartier verzögern Arbeiten für das Galeriegebäude.

Quelle: Christoph Mischke

Göttingen. Die vorbereitende Arbeiten für das geplante Galeriehaus im Göttingen Kunstquartier in der Düsteren Straßen schreiten voran. Allerdings langsamer als geplant. Grund: massive Fundamente von Vorgängerbauten, die zunächst vorsichtig abgetragen werden müssen.

Ralf Klöppner, Chef des beauftragten Abbruchunternehmens berichtete am Mittwoch, dass sein Team dabei sei, die alten Fundamente auszubaggern beziehungsweise auszufräsen. Stemmen dürften die Mitarbeiter nicht, weil man um die Standfestigkeit der Nachbargebäude fürchte. Seinen Angaben zufolge verzögerten sich die Arbeiten. Mit einem Kran wurde am Donnerstag ein zehn Tonnen schweres Fundamentstück aus der Baugrube entfernt.

Fundament aus den 60er und 70er Jahren

Nach Auskunft von Verwaltungssprecher Detlef Johannson hatte die Verwaltung fünf Tage hatten für die Arbeiten angenommen, „Jetzt gehen wir von fünf bis sieben Tagen aus.“ Es handele sich um Fundamente, „die vermutlich in den 60er/70er Jahren im Zuge des Umbaus des Fachwerkhauses nachträglich eingebracht worden sind“. Dass auf dem Grundstück Fundamente zu finden sein werden, sei seit langem bekannt. Die archäologischen Arbeiten seien bislang um diese Fundamente herum erfolgt, erklärte Johannson.

Seit Ende August untersuchen Archäologen das Gelände der Düsteren Straße 7. Wo später mal das Kunsthaus stehen soll, sollen bis November die Kulturschichten der vergangenen Jahrhunderte untersucht.

Bauniveau im Nikolaiviertel

Drei Fragestellungen wollen die Wissenschaftler nachgehen: Warum wurde in der frühen Neuzeit das Bauniveau im Nikolaiviertel um etwa einen Meter angehoben? Wann wurde erstmals in diesem Bereich gesiedelt? Und ist es möglich, an dieser Stelle aufgrund der feuchten Bodenbeschaffenheit organisches Material wie Holz, Leder oder Textil zu finden?

Bereist in der ersten Woche waren 20 Tonnen Erde und Gestein bewegt worden. Dabei hatte das Grabungsteam erste Entdeckungen gemacht: Aus einer Kloake aus der Zeit um 1900 beförderten die Archäologen unter anderem Bruchstücke bemalter Teller, eine Buchschließe, eine Milchkanne aus dem 18. Jahrhundert oder eine Bierflasche der Göttinger Brauerei zu Tage.

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Die Bauarbeiten am KuQua verzögern sich, da aus der Baugrube noch tonnenschwere Fundamente entfernt werden müssen. Die Fundamentbrocken, die hier am Schwerlastkran hängen, wiegen jeweils rund zehn Tonnen.

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Grundsteinlegung um Dezember

2019 soll das Kunstquartier mit dazu passendem Innenhof fertiggestellt sein. Das Galerie, das im KuQua entsteht, ist aus einem Hochbauwettbewerb der Stadt hervorgegangen. Der Entwurf der Leipziger Architekten sieht ein Gebäude mit drei Etagen und einer Ausstellungsfläche von 736 Quadratmetern vor. Darin sollen international renommierte Künstler ausstellen. Geplant ist ein Ausstellungsprogramm von Fotografie und Video, Zeichnung und Druck, Buch- und Plakatkunst. Ziel ist es, zeitgenössische Kunst aus aller Welt in Göttingen zu zeigen. Der Zeitplan sieht eine Grundsteinlegung im Dezember vor. Im Januar 2018 soll dann mit dem Rohbau begonnen werden. Eröffnen soll die neue Galerie im Frühjahr 2019.

Das Göttinger KuQua wird als Projekt mit Finanzmitteln aus dem Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert. 4,5 Millionen Euro Bundesmittel fließen dafür nach Göttingen, die Stadt beteiligt sich mit 500 000 Euro. Verleger Gerhard Steidl als Ideengeber für das Viertel und die Göttinger Verwaltungsspitze sehen das Kunstquartier als Initialzündung für andere Projekte, die sich in dem Viertel ansiedeln werden.

Von Michael Brakemeier

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