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„Massive Verletzungen am gesamten Körper“ Leitbullen wollen ihre Herde beschützen

Kreislandwirt warnt

Leitbullen wollen ihre Herde beschützen

Nach dem tödlichen Unfall eines Schedener Landwirtes, der auf einer Weide von seinem Bullen getötet wurde, sind auch die Berufskollegen bestürzt. Der Kreislandwirt und Landvolkvorsitzende Hubert Kellner ist nicht völlig überrascht, da es mit Großvieh öfters zu Unfällen komme. Wenn es um Großvieh gehe, sollte immer ein zweiter Mann dabei sein, der im Zweifelsfall helfe, sagt der Duderstädter Landwirt.

Am Schauplatz des Unglücks: Die übrigen Rinder weiden friedlich.

© Hinzmann

„Wenn man mit Bullen arbeitet, passiert immer mal wieder etwas“, so Kellner, insbesondere, wenn sie nicht angebunden seien. Einen Bullen von seinen Kühen zu trennen, wie es offenbar vorgefallen sei, sei ein Problem. Auch wenn ein Bulle bei seiner Herde sei, könne er aggressiv werden. Pilzsammler, die auch schon  mal Weiden mit Kühen darauf betreten würden, sollten angesichts des Vorfalls vorsichtiger sein, mahnt der Kreislandwirt. „Wenn auch ein Bulle dabei ist, kann immer etwas passieren.“

Kellner

Kellner

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Dass Bullen glaubten, ihre Herde beschützen zu müssen, komme immer wieder vor, sagt auch der Jühnder Landwirt Jürgen Huppers. „Sie versuchen, ihre Position als Leitbulle durchzusetzen, da setzt sich der Naturinstinkt durch. Man muss immer aufpassen.“

Der Vorfall nördlich von Scheden sei vermutlich durch eine unglückliche Situation entstanden, so der Jühnder Rinderhalter. „Ein Bulle mit 800 bis 1000 Kilogramm Gewicht muss sich nicht besonders anstrengen, um einen Menschen zu verletzen.“ Beim zehnfachen Gewicht reiche es schon aus, einen Menschen gegen einen Trecker zu drücken, und die Rippen seien gebrochen.

„Ich bin immer äußerst vorsichtig und weiß aus Erfahrung, einen Bullen kann man immer mal auf dem falschen Fuß erwischen.“ Einen Bullen von seiner Herde zu trennen, könne gefährlich werden, wenn er der Meinung sei, „das passt mir alles nicht“, so Huppers. Manchmal wolle ein Bulle auch einfach nur seine Dominanz ausspielen.

Ähnlich tödliche Unfälle sind im Landkreis Göttingen lange nicht mehr vorgekommen, aber in der Vergangenheit schon passiert. Der Jühnder Landwirt Huppers kann sich an einen Fall vor 35, 40 Jahren erinnern. Damals wurde auch ein Landwirt von seinem Bullen auf einer Weide bei Jühnde getötet. Der Landwirt sei dabei hingefallen, und der Bulle sei noch „draufgegangen“, so Huppers.

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Tödliches Unglück auf der Weide: Ein Landwirt ist auf einem Feld bei Scheden von seinem eigenen Bullen angegriffen und getötet worden. Die Polizei vermutet, dass der 58-Jährige seine aus acht Tieren bestehende Herde auf eine etwa zwei Kilometer von Scheden entfernten Weide bringen wollte.

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