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Medienverkauf der Bücherfreunde in der Göttinger Stadtbibliothek

Bücher im Umlauf Medienverkauf der Bücherfreunde in der Göttinger Stadtbibliothek

„Die verbannte Prinzessin. Das ist interessant“, sagt Ursula Burgdorff. Sie ist eine der ehrenamtlichen Organisatorinnen des Medienverkaufs in der Stadtbibliothek und deutet auf das von einer Kundin ausgewählte Buch über das Leben von Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg.

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Verkaufen ausgediente Bücher und Medien: Monika Meyer und Tatjana Bashirova (Mitte).

Quelle: Heller

Göttingen. Einen ansehnlichen Lektürestapel hat Christiane Schauermann in den Altbeständen der Stadtbibliothek gefunden. Dabei, sagt sie, habe sie zu Hause schon eine Menge Lesestoff in ihren Regalen.

„Beim letzten Umzug habe ich neun Kartons weggegeben.“ Ihre Auswahl trägt die Göttingerin trotzdem davon, „ich verschenke ja auch viel, damit die Bücher in Umlauf kommen. Wie bei den englischen Telefonzellen“, sagt sie und lacht.

Am Tisch von Ursula Burgdorff und ihrer Kollegin Katja stehen die Buchkäufer derweil Schlange. „Dabei wird es gegen Mittag schon ein wenig ruhiger“, berichtet Ellen Richter, Sprecherin der Stadtbibliothek. Mehrmals im Jahr entledigt sich die städtische Bücherei ihrer ausrangierten Medien.

Rund 3000 Bücher werden verkauft

Kinder- und Sachbücher, Romane, CDs, DVDs und anderes wird von den Mitarbeitern aussortiert und von den Bücherfreunden, einer Gruppe von zehn Ehrenamtlichen, im Keller für die Verkaufsveranstaltung vorbereitet. Richter: „Wir machen unter anderem Platz für aktuelle Literatur und für Medien, die überarbeitet wurden und ersetzt werden müssen.“ Verkauft werden auch viele gespendete Bücher, die sich für die Ausleihe nicht eignen.

Wie viele Medien an so einem Verkaufstag den Besitzer wechseln, weiß Richter nicht exakt. Sie schätzt die Zahl auf rund 3000. „Es sind aber zu viele, um nachzuzählen.“ Aus demselben Grund würden die Bücher auch nicht einzeln ausgezeichnet, sondern je nach Kategorie zu Einheitspreisen von wenigen Cent bis zu drei Euro verkauft.

Die Käufer an diesem Tag  sind vor allem junge und erwachsene Stammkunden der Bibliothek, die sich mit Kinder- oder Taschenbüchern für Freizeit und Urlaub, Sachliteratur für Schule, Studium oder Hobby eindecken. Wie etwa die junge Frau, die die Stadtbibliothek mit Fachbüchern für die Abiprüfungen verlässt. Oder der junge Mann, der ausschließlich Sachliteratur aus den Themenbereichen Wirtschaft, Politik und Geschichte mitnimmt.

Brauche immer neue Ideen

Über Pilates- und Gymnastikbücher freut sich eine ASC-Übungsleiterin sichtlich: „Die kann ich gut einsetzen. Ich brauche immer neue Ideen“, sagt die Göttingerin begeistert und bezahlt am Kassentisch ihren Obolus. Auch Klassiker werden viel gekauft, „sogar von jungen Leuten, das hat sich in den letzten Jahren verändert“, sagt Bücherfreundin Burgdorf, die seit etwa vier Jahren den Verkauf mitorganisiert.

Sie selbst, Stammkundin der Bibliothek, hat trotz ihres ehrenamtlichen Engagements den Spaß an Büchern noch nicht verloren. „Im Gegenteil – Lesen ist für mich fast so etwas wie eine Sucht.“

Die sie offensichtlich mit vielen Besuchern des Medienverkaufs teilt: Stapel von Büchern unter dem Tisch und an den Wänden zeugen vom unerschöpflichen Leseeifer derjenigen, die sie ausgesucht und zwischengeparkt haben, um die Hände fürs Stöbern frei zu  haben. Dazu Richter: „Manche kaufen heute so viele Bücher, dass sie sie nicht alle wegtragen können und in den nächsten Tagen abholen müssen.“

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