Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Sprühregen

Navigation:
Menschenrechtler ehren Indianermissionsrat

Gollancz-Preis Menschenrechtler ehren Indianermissionsrat

Der katholische Indianermissionsrat Cimi aus Brasilien und die russische Menschenrechtsorganisation Memorial erhalten in diesem Jahr den Victor-Gollancz-Preis. Das hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), die den Preis verleiht, bekannt gegeben.

In „vorbildlicher Hinwendung“ habe Cimi die Ureinwohner als gleichberechtigte Partner anerkannt und verteidige ihre Interessen gegen Behörden, Großgrundbesitzer und Konzerne, begründet die GfbV Auszeichnung für den Indianermissionsrat. 1972 von der brasilianischen Bischofskonferenz gegründet und von Befreiungstheologen getragen, arbeiteten heute mehr als 300 Laien, Ordensleute und Priester für Cimi.

Sie scheuten keine Strapazen, sich persönlich ein Bild von den Problemen indigener Gemeinschaften auch mitten im unzugänglichen Amazonasgebiet zu machen. Sie notierten Klagen und Vorwürfe der Indianer gegen Eindringlinge und dokumentierten Landrechtsverletzungen.

Memorial bekommt die Auszeichnung als „Verneigung vor dem beispiellosen Mut ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für ihr aufopferungsvolles Menschenrechtsengagement in einer feindlich gesinnten Umgebung täglich ihr Leben riskieren“. Die russische Menschenrechtsorganisation wurde während der Perestroika 1988 gegründet und besteht heute aus 80 unabhängigen Organisationen vor allem in den GUS-Staaten. Memorial widme sich sowohl der Bewältigung der stalinistischen Vergangenheit als auch der Recherche, Dokumentation und Veröffentlichung gegenwärtiger Menschenrechtsverletzungen unter anderem in Tschetschenien und Inguschetien. Mitarbeiter würden deshalb immer wieder mit dem Tod bedroht. Auch die beiden Mordopfer Anna Politkowskaja und Natalja Estemirowa hätten für Memorial gearbeitet.

Preisgeld von 2 500 Euro

Die GfbV vergibt den Victor-Gollancz-Preis seit dem Jahr 2000. Er ist 2009 mit einem Preisgeld von je 2 500 Euro verbunden. Der Preis ist nach dem britisch-jüdischen Humanisten, Verleger und Schriftsteller Victor Gollancz (1893 - 1967) benannt.
Der Preis wird im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung der GfbV verliehen, zu der am Sonnabend/Sonntag, 14. und 15. November, rund 150 Delegierte in Göttingen erwartet werden. Der Festakt beginnt am Sonnabend um 10.15 Uhr in der früheren Fechthalle der Georg-August-Universität, der heutigen Ballettschule „Art la danse“, Geiststraße 6.

Der Generalsekretär von Cimi aus Brasilien, José Eden Pereira Magalhães und der Vorsitzende der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow, werden den Preis entgegennehmen.

Von Jörn Barke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Krach bei GfbV

Wegen Veruntreuung von Geld ermittelt die Göttinger Staatsanwaltschaft gegen Tilman Zülch, Chef der Göttinger Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). 

mehr
Mehr aus Göttingen
Anzeigenspezial
Die schönsten Schneebilder unserer Leser
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt