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„Missmanagement“ bei Schweinegrippe

Gesundheitsuni „Missmanagement“ bei Schweinegrippe

Experten haben sich im Göttinger Universitätsklinikum dem Thema Schweinegrippe und der Diskussion mit knapp 70 Besuchern gestellt. Die Meinungen gehen auseinander.

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Im Klinikum: Podiumsdiskussion mit Experten.

Quelle: Theodora da Silva

„Bund und Länder haben sich über den Tisch ziehen lassen.“ Das sagt Michael Kochen, Professor für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Göttingen. Er kritisiert das „Missmanagement“ der Verantwortlichen mit dem neuen H1/N1-Virus scharf. In Deutschland werde nur der Impfstoff Pandemrix von der Firma GlaxoSmithKline verabreicht. Der besteht aus Antigen und einem Wirkverstärker, dem sogenannten Adjuvans. Andere Länder hätten besser reagiert. Dort würde das Adjuvans separat gelagert und bei Bedarf genutzt. Dem Staat drohen schwerwiegende Abhängigkeiten von der Pharmaindustrie, kritisiert er. Denn: In Gremien wie der ständigen Impfkommission säßen Interessensvertreter, nur vier Mitglieder seien unabhängig.
Der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz verteidigte das Vorgehen. Man habe sich für den Impfstoff entschieden, weil man einen Verteilungskampf verhindern wollte. „Jetzt haben wir einen besseren Überblick“, sagt er. Niemand müsse sich impfen lassen, jeder könne das selbst entscheiden.

Wechselnde Empfehlungen

„Impfung oder Erkrankung?“, das sei laut Cornelius Frömmel, Vorstandssprecher des Klinikums, die Frage. Doch die Entscheidung ist schwer. Die Empfehlungen – auch der Experten – sind vielfältig, täglich gibt es neue Meldungen. Helmut Eiffert, Professor für Mikrobilogie am Uniklinikum, sieht in der Impfung eine gute Prophylaxe-Möglichkeit. Auch das Adjuvans sei bereits millionenfach angewendet worden. „Wir haben Glück gehabt. Es gab weniger schwere Krankheitsverläufe und weniger Impfkomplikationen als befürchtet“, sagt der Wissenschaftler. Thomas Suermann, Internist in Göttingen, bestätigt das. In seiner Praxis habe er kaum heftige Nebenwirkungen beobachtet. Er empfiehlt die Impfung für Risikopatienten.

Die Frage von Moderator und Tageblatt-Redakteur Jürgen Gückel, wie man denn Abhängigkeiten verhindern könnte, beantwortete Kochen: „Die Beratergremien müssen unabhängig von der Industrie sein“.

bib

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