Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Gewitter

Navigation:
Freispruch nach wilder Silvesternacht

Göttinger Amtsgericht Freispruch nach wilder Silvesternacht

Weil sie in der Silvesternacht 2013 Partygästen vor dem Haus des Corps Hannovera beleidigt und mit Pfefferspray attackiert haben sollen, standen zwei Mitglieder der linken Szene am Dienstag vor dem Göttinger Amtsgericht. Am Ende wurde ein Verfahren eingestellt, das zweite endete mit Freispruch.

Voriger Artikel
Aktionstag Medizin
Nächster Artikel
Alle Stadtgebiete Göttingens betroffen
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Eigentlich sollte es eine rauschende Feier werden für die Mitglieder der Studentenverbindung und ihre Gäste. Gemeinsam mit etwa 30 Personen wollte man in das Jahr 2014 hineinfeiern mit Raclette und gutem Wein. Knapp drei Jahre später wechseln sich die Mitglieder der Feiergesellschaft, angereist aus allen Teilen Deutschlands, im Zeugenstand des Amtsgerichts ab. Im Gepäck haben sie die verschwommenen Erinnerungen an die Ereignissen jener Nacht, in der die beiden Angeklagten, eine heute 21-Jährige und ein 27-Jähriger, sie beleidigt und angegriffen haben sollen.

Beschimpft und mit Böllern beworfen

Gegen 2 Uhr hätten die ersten Gäste das Verbindungshaus in der Bürgerstraße verlassen wollen, erinnert sich der erste Zeuge. Einer Dame sei es nicht gut gegangen, zwei hätten sie nach Hause begleiten wollen. Er selbst hatte den männlichen Beschützer gegeben. Sofort nach Verlassen des Hauses war man von einer Gruppe dunkler Gestalten mit "Scheiß Nazis" oder wahlweise "Scheiß Burschis" beschimpft worden. Man habe sie mit Böllern beworfen und ihnen den Mittelfinger gezeigt. Er geleitete die Damen wieder hinein und ging anschließend zu Boden. Ein Schlag hatte ihn an der Schläfe getroffen. Der Schläger blieb unerkannt.

Die folgenden Zeuginnen bestätigen diese Version der Geschichte weitgehend, können sich an die Art der von ihnen angezeigten Beleidigung heute allerdings nicht mehr erinnern. Eine junge Frau sei bedrohlich "wie ein Rumpelstilzchen" auf sie zugesprungen und habe etwas wie "Burschi-Schlampe" gerufen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Prozess für die weibliche Angeklagte, die derzeit auf dem Weihnachtsmarkt jobt und sonst "von dem lebt, was es so gibt", vorüber. Ihr Verfahren wird nach Ermahnung eingestellt.

Kein Bart, aber ein Rucksack

Noch steht der Angriff mit dem Pfefferspray im Raum. Die beiden Opfer von damals sind ebenfalls als Zeugen geladen. Der erste erinnert sich an ein Wortgefecht und das Spray im Gesicht. Angaben zum Täter? Männlich, kleiner als 1,90 Meter, dunkel gekleidet, Schal vor dem Gesicht. Präziser beschreibt es der letzte Zeuge des Verfahrens. Aus drei Metern Entfernung habe er damals den Täter gesehen, bevor dieser den Schal vors Gesicht ziehen konnte.

Er sei 1,70 Meter groß gewesen, habe einen Drei-Tage-Bart und einen Kapuzenpullover getragen. Ein zweiter Mann sei ihm damals wegen eines auffälligen Rucksacks in der Gruppe aufgefallen, der hatte aber nicht gesprüht. Erleichterung auf der Anklagebank: Denn wie die Polizeifotos vom 1. Januar 2014 beweisen, sitzt dort der Mann, der am Tattag keinen Bart trug, dafür aber einen auffälligen Rucksack. Freispruch.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt