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Mittagstisch für Wohnungslose in Göttingen

Angebot der Straßensozialarbeit Mittagstisch für Wohnungslose in Göttingen

„Ein Optimist ist ein Mensch, der in Kuckucksuhren nach Eiern sucht“: Dieser Spruch des Tages steht heute auf der Tafel neben der Essensausgabe beim Mittagstisch der Straßensozialarbeit (Straso). Die Menschen, die hier essen, haben nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens gewohnt. Für 1,20 Euro gibt es Fleischkäse und Kartoffelpüree.

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Fühlt sich beim Mittagstisch der Straßensozialarbeit gut aufgehoben: Klaus Dieter (rechts) kommt seit Jahren zum Essen hierher.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. 40 bis 50 Besucher kämen im Schnitt zum Mittagstisch der Straso, berichtet Leiter Uwe Friebe. Für die Gäste wird an jedem Wochentag in der Küche der Einrichtung frisch gekocht. Am Mittwoch gibt es kalte Küche. Das Essen kocht Matus Marton, als gute Seele der Küche arbeitet Gabie Khan mit.

Der Frühstücks- und Mittagstisch der Straso ist aus provisorischen Anfängen entstanden und besteht in der jetzigen Form seit gut zehn Jahren. Er sei entstanden, weil immer mehr junge Leute nach einem solchen Angebot gefragt hätten, so Friebe. Auch junge Frauen mit Kindern zählten zu den Klienten.

500 bis 600 Menschen wohnungslos

Die Straso ist ein Hilfsangebot der evangelischen Kirche für wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen. In jedem Jahr würden für den Bereich der Stadt Göttingen 500 bis 600 Menschen erstmalig wohnungslos, berichtet Friebe. 350 bis 400 davon kämen jedoch mit etwas Beratung und Unterstützung relativ schnell wieder in Wohnungen unter.

Den klassischen Tippelbruder gebe es fast gar nicht mehr, meint Friebe. Unter den Wohnungslosen seien viele junge Leute und auch viele, die in Stadt oder Landkreis Göttingen geboren seien. Der Frühstücks- und Mittagstisch wird auch von Menschen, die wenig Geld haben, besucht.

16 000 Euro pro Jahr

Schon seit Jahren kommt der 54-jährige Klaus Dieter zum Frühstück und zum Mittagessen zur Straßensozialarbeit. Er fühlt sich hier gut aufgehoben, und das Essen sei auch wirklich gut, wie er berichtet.

Um den Frühstücks- und Mittagstisch aufrechterhalten zu können, ist die Straso allerdings auf Spenden angewiesen. 16 000 Euro müssen pro Jahr gesammelt werden. Dabei hilft unter anderem auch die Initiative  „Impulse für Göttingen“ der Litfin-Stiftung. Die Initiative hat in diesem Jahr schon einmal 1500 Euro für den Mittagstisch eingesammelt und sammelt derzeit weiter.

Info: Projekt "Impulse für Göttingen"
Der Frühstücks- und Mittagstisch der Straßensozialarbeit (Straso) wird von dem Projekt „Impulse für Göttingen“ unterstützt. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Litfin-Stiftung. Die Stiftung organisiert die Impulse-Internetplattform, auf der gemeinnützige Organisationen um Spenden für ganz konkrete, überschaubare Projekte werben können. Gelingt es innerhalb von zwölf Monaten nicht, die erforderliche Fördersumme zusammen zu bringen, fließen die bis dahin eingegangen Spenden in einen Sammeltopf. Aus diesem werden Projekte unterstützt, die zu mehr als 75 Prozent finanziert sind.
Zu den Projekten, für die derzeit auf der Plattform geworben wird, zählen neben dem Mittagstisch der Straso auch die Reparatur eines Cembalos, das die Händel-Festspiele benötigen. Bereits finanziert über die Plattform ist eine Kamera zur Beobachtung der Turmfalken im Max-Planck-Gymnasium.
Die Litfin-Stiftung fördert Projekte mit regionalem Bezug aus den Bereichen Wissenschaft, Bildung, Kultur, Kirche und Soziales. Die Stiftung ist laut Gerd Litfin mit einem Kapital in Höhe von zwei Millionen Euro ausgestattet. Seit 2007 seien 55 Projekte mit 240 000 Euro gefördert worden.
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