Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Monika Stahlmann ist Göttingens einzige Frau bei der Berufsfeuerwehr

Seit 18 Jahren im Einsatz Monika Stahlmann ist Göttingens einzige Frau bei der Berufsfeuerwehr

Ob Monika Stahlmann für die Frauenquote ist? „Ich finde, dass die Diskussion so langsam interessant wird“, sagt sie. Grundsätzlich sei sie aber nicht dafür. Das überrascht, denn gerade in ihrem Beruf ist die männliche Dominanz immens: Stahlmann ist Feuerwehrfrau – die einzige in Göttingen.

Voriger Artikel
Zweites Frühstück
Nächster Artikel
Ed und Peter: 84 Jahre im Polizeidienst

Göttingens einzige Berufs-Feuerwehrfrau: Monika Stahlmann mit Helm und Einsatz-Montur.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. „Ich bin prinzipiell dafür, dass jeder den Beruf ausübt, den er machen möchte“, sagt die 42-Jährige. Ob ein Mann Erzieher werden will oder eine Frau zur Feuerwehr geht, für sie sei es nur wichtig, dass „die Voraussetzungen stimmen“. Bei Stahlmann war dies der Fall, als sie sich vor 18 Jahren auf eine Stellenausschreibung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst bei der Berufsfeuerwehr Göttingen bewarb. Sie hatte gerade in Nürnberg ihr Studium der technischen Chemie beendet und war Diplom-Chemieingenieurin.Dass dann ihr Weg aus dem Hörsaal direkt ins Feuerwehrauto führte, „kam überraschend und war schon ein Zufallstreffer“, sagt Stahlmann. „Ich war nie in der Freiwilligen Feuerwehr und wollte mich in Richtung Umwelttechnik orientieren.“

Nicht die einzige Bewerberin

Die einzige weiblich Bewerberin war Stahlmann nicht: Es gab zwei weitere. Aber die kleine, zierliche Frau aus Süddeutschland absolvierte den sportlichen und schriftlichen Einstellungstest am besten. In den sechs Monaten Grundausbildung lernte sie die wesentlichen Kenntnisse und Fertigkeiten für den Einsatz kennen: Schläuche rollen, löschen, Atemschutz. „Ich habe schon gemerkt, dass ich im Fokus stand“, erinnert sie sich an ihre zweijährige Ausbildung.

Stahlmann ließ sich aber nicht beirren, sondern sah es als selbstverständlich an, Feuerwehrfrau zu werden. Heute ist die zweifache Mutter Wachabteilungsleiterin der Feuerwache am Klinikum, verantwortlich für zehn der 32 Mitarbeiter. Gibt es da mal Probleme? „Nein, bisher hatte ich noch keine Schwierigkeiten“, sagt sie. Vor allem bei Einsätzen, die Stahlmann leitet, müsse alles schnell und ohne Diskussion ablaufen. Da spiele es keine Rolle, ob ein Mann oder eine Frau die Anordnungen gibt.

„Mehr Frauen brauchen wir nicht.“

Das scheint einer ihrer Kollegen, der verwundert über das Medieninteresse an Stahlmann ist, anders zu sehen. „Mehr Frauen brauchen wir nicht. So klein und zierlich, was sollen die denn ausrichten?“ fragt er im Vorbeigehen. Von Ironie keine Spur. „Mal ehrlich, wir sind hier nur Männer, wie soll das denn passen?“

Da mag ihm die Statistik recht geben: Göttingens verschwindend geringe Anzahl an Frauen im Feuerwehrdienst ist keine Ausnahme. Bundesweit sind nur 360 Feuerwehrfrauen hauptberuflich aktiv – das ist knapp ein Prozent aller Feuerwehrleute. Aber kann man damit eine generell ablehnende Haltung begründen? Monika Stahlmann würde sich über mehr Frauen im Feuerwehrdienst jedenfalls freuen.

Ein Job für Frauen – und das mit Leidenschaft!

Von Christopher Piltz

 

Monika Stahlmann hat einen Beruf, in dem die männliche Dominanz riesig ist. Die 42-Jährige ist Feuerwehrfrau – die einzige in Göttingen.

Zur Bildergalerie
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Berufsfeuerwehr

170 Männer gibt es bei der Göttinger Berufsfeuerwehr – und nur eine einzige Frau. Das soll sich ändern: Am Sonnabend veranstaltete die Feuerwehr einen Informationstag gezielt für junge Frauen. In der Wache an der Breslauer Straße fanden sich zur Freude der Veranstalter 28 Interessentinnen ein.

mehr
Anzeigenspezial
Die schönsten Schneebilder unserer Leser
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt