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Müllgebühr im Kreis Göttingen steigt drastisch

Neue Eckwerte Müllgebühr im Kreis Göttingen steigt drastisch

Die Bürger im Landkreis Göttingen müssen sich auf höhere Müllgebühren einstellen. Im nächsten Jahr wird sie im Altkreis Osterode vermutlich um sechs Prozent gegenüber diesem Jahr steigen, im Altkreis Göttingen um elf Prozent. Für die Osteröder ist es die zweite deutliche Erhöhung in Folge.

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Die Müllabfuhr im Kreis Göttingen wird 2018 vermutlich teurer.

Quelle: Oliver Thiele

Göttingen/Osterode. Es sind vorerst nur Eckwerte, die die Göttinger Kreisverwaltung jetzt den Umweltpolitikern des Kreistages vorgelegt hat. „Die sind aber ganz schön heftig“, kommentierte der Ausschussvorsitzende Werner Wille (CDU) die vorläufigen Zahlen. Danach soll ein Haushalt im Altkreis Osterode mit vier Personen ab 2018 für die komplette Müllabfuhr bei 14-tägiger Leerung 197,94 Euro zahlen. Zurzeit beträgt die Gebühr für diesen Haushalt 186,74 Euro. Der gleiche Haushalt im Altkreis Göttingen ohne die Kernstadt soll ab nächstem Jahr 158,18 Euro Gebühr zahlen, zurzeit sind es 142,50 Euro.

Zwei getrennte Systeme

Zwischen den beiden Systemen gibt es einen bedeutenden Unterschied: Im Altkreis Göttingen werden Kompostabfälle und Restmüll in getrennten Behältern gesammelt und abgefahren. Dort füllt ein Vier-Personen-Haushalt in der Regel je eine 60-Liter-Tonne. Diese Trennung gibt es im Altkreis Osterode noch nicht. Dort landet der gesamte Müll bei vier Personen in nur einer 80-Liter-Tonne. Auch ein Jahr nach der Fusion der beiden Kreise im neuen Landkreis Göttingen werden zurzeit beide Systeme weiter parallel gefahren. Sie sollen erst ab 2019 zusammengeführt und dann auch in Osterode das getrennte Sammelsystem mit Grüner Tonne umgesetzt werden.

Die noch unterschiedlichen Systeme mit ebenfalls unterschiedlichen Kosten-Strukturen sind auch der Grund für die vorerst unterschiedlichen Gebührensätze, bestätigte der Sprecher der Kreisverwaltung, Ulrich Lottmann. Dass diese jetzt in beiden Bereichen steigen, habe zwei wesentliche Gründe, die für beide Systeme gelten: Die Kosten bei der Abfuhr, Deponie und Weiterverarbeitung seien ganz allgemein gestiegen. Und im Gegensatz zu früher müsse der Landkreis für die Weiterverarbeitung von Altholz inzwischen viel Geld zahlen - früher konnte er das Material Gewinnbringend verkaufen, erklärte Lottmann. Für die Gemeinden im Altkreis Göttingen komme noch hinzu, dass es inzwischen keine Überschüsse mehr aus früheren Gebühreneinnahmen gibt, die die Preissteigerung auffangen könnten. Dieser Effekt hatte in den Vorjahren immer wieder zu stabilen Gebühren oder teilweise auch zu geringeren Sätzen geführt.

CDU kritisiert erneut neues Sperrmüll-Sammelsystem

Die CDU sieht noch einen weiteren Grund für die Gebührenerhöhung. Seit diesem Jahr werde Sperrmüll nicht mehr an festgelegten Terminen je Dorf abgeholt, sondern auf Bestellung. Auch das führe zu Mehrkosten, so Wille. Die Kreisverwaltung weist diese Annahme als falsch zurück.

In dem Eckwertepapier vergleicht die Verwaltung auch die Müllgebührensätze von 2005 mit diesem und dem nächsten Jahr. Danach beträgt die Steigerung im Altkreis Osterode im Jahr 2017 knapp 15 Prozent, im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 21,6 Prozent sein. Die Haushalte im Altkreis Göttingen mussten gegenüber 2005 in diesem Jahr hingegen 12,54 Prozent weniger zahlen, 2018 werden es gegenüber 2005 2,7 Prozent weniger sein.

Ob die jetzt vorgelegten Werte tatsächlich so bleiben ist offen. Detailliertere Kalkulationen und Gebührenberechnungen will die Verwaltung in einer der nächsten Sitzungen des Umweltausschusses vorlegen, Entscheiden muss abschließend der Kreistag.

Von Ulrich Schubert

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