Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Gewitter

Navigation:
Münden feiert Partnerschaft mit Suresnes

Stapelmahl Münden feiert Partnerschaft mit Suresnes

Der französische Botschafter in Deutschland, Seine Exzellenz Bernard de Montferrand, hatte aus dienstlichen Gründen kurzfristig abgesagt. So sprach der Gesandte Graham Paul am Sonnabend beim Stapelmahl in der vollbesetzten Halle des Mündener Rathauses. Das Thema: 50 Jahre Städtepartnerschaft zwischen der Dreiflüssestadt und Suresnes.

Voriger Artikel
Schulwahl: 150 Eltern und Kinder demonstrieren
Nächster Artikel
Bei guter Musik springt der Funke über

Zaghafte Schläge mit dem Holzhammer: Graham Paul (Mitte) mit Klaus Burhenne (links) und Brauerei-Mitarbeiter Stefan Große.

Quelle: PH

Das Miteinander zu wagen, sei 1959, 14 Jahre nach Kriegsende, „ein mutiger Akt von beiden Seiten“ gewesen, hob Paul in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede hervor. Er lobte insbesondere die „vorbildliche Entscheidung“ Suresnes‘, „wo so viele Widerstandskämpfer am Mont Valérien getötet“ worden waren. Dafür gab es starken Applaus. In jener „historischen Phase“ seien viele der insgesamt 2200 Partnerschaften zwischen deutschen und französischen Kommunen geschlossen worden. Sie hätten bei „der einzigartigen deutsch-französischen Aussöhnung eine unverzichtbare Rolle“ gespielt.
Paul stellte klar, dass er die Städtepartnerschaften keineswegs als „ein Relikt aus der Vergangenheit“ verstanden wissen wollte. Bis heute hielten sie den deutsch-französischen Motor der europäischen Integration am Laufen. Deutschland und Frankreich hätten mit ihren gemeinsamen Initiativen unter anderem den Binnenmarkt, den Maastricht-Vertrag, den Schengen-Raum und den Euro ermöglicht. Angesichts der globalen Herausforderungen bezeichnete der Gesandte ein einiges Europa als besonders wichtig. Nur gemeinsam könne der Kontinent an der Reform des internationalen Finanzsystems oder bei der Bekämpfung des Klimawandels mitwirken. Deshalb müsse der Austausch weiter „unermüdlich“ gepflegt und intensiviert werden, erklärte Paul.

Bier spritzt in alle Richtungen

Der Gesandte wandte sich direkt an den anwesenden Bürgermeister von Suresnes, Christian Depuy, und dessen Delegation. In „netter Atmosphäre und bei gutem Essen“ würden beide Seiten die Sitten und Gebräuche des Partnerlandes „richtig schätzen lernen“. Dazu erhielt Paul selbst Gelegenheit. Vor dem Essen durfte er den Festbieranstich übernehmen. Der schlanke Franzose schlug allerdings nur zaghaft zu. Das Bier, das die Herforder Brauerei gestiftet hatte, spritzte in alle Richtungen. Derart viel wischen mussten die städtischen Mitarbeiter das letzte Mal beim Festbieranstich von Landesbischöfin Margot Käßmann. Bürgermeister Klaus Burhenne (CDU) entschuldigte sich. Er hätte eigentlich wissen müssen, dass Paul Weintrinker sei. Zur Entschädigung erhielt der Gesandte einige Nachbildungen römischer Münzen, wie sie im Römerlager von Hedemünden gefunden wurden.

Dann servierte die Gaststätte „Zum letzten Heller“ Brot, Schweinebraten und Sauerkraut. Später am Abend trat das Duo „Weib und Seele“ auf, Elisa Radke und Valerie Wildemann aus Berlin. Der ganze Saal, darunter die Partnerschaftsbeauftragte Annie Schminke und der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Frank Stryga, stimmte das Stapelmahlzeit-Trinklied an.
Die Stapelmahlzeit erinnert an das Stapelrecht, das der Hafenstadt Hann. Münden jahrhundertelang Wohlstand sicherte. Kaufleute, die auf Weser, Werra und Fulda unterwegs waren, mussten anhalten und ihre Waren in der Stadt zum Verkauf anbieten. Die Stapelmahlzeit gibt es seit 27 Jahren.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt