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Multikulti-Hilfe im Spendenzentrum

1215 Personen wurden bisher versorgt Multikulti-Hilfe im Spendenzentrum

Seit mehr als einem Jahr versorgt das Göttinger Spendenzentrum an der Robert-Bosch-Breite Geflüchtete und Bedürftige mit Sachgütern und Kleidung. Die Bilanz von Zentrumsleiter Harald Biermann fällt positiv aus.

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Bedürftigen wird hier Spielzeug, Hausratsgegenstände, Fahrräder, Kleidung und vieles mehr gespendet.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das Plakat mit der Aufschrift „Spendenzentrum“ hängt unauffällig am Zaun des Geländes, auf dem die alte Lagerhalle steht. Durch eine mit den Öffnungszeiten beklebte Metalltür gelangt man hinein. Innen ist es nicht viel wärmer als draußen, zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen registrieren im Eingangsbereich die Besucher. Sie händigen gelbe Zettel aus, auf denen die Bedürftigen angeben, was sie benötigen.

Im vorderen Abschnitt der 900 Quadratmeter großen Lagerhalle befinden sich unzählige Kleidungsstücke, zwei Umkleidekabinen und eine Wartezone mit Stühlen. Durch eine weitere Metalltür gelangen die Mitarbeiter in das Lager im hinteren Teil der Halle. Dort befinden sich in alten Supermarkt-Regalen noch mehr Kleider. Zudem Spielzeug, Hausratsgegenstände, Fahrräder, Schulranzen, einzelne Möbel und vieles mehr.

1215 Personen hat das Spendenzentrum bis heute versorgt. Unter anderem mit mehr als 2500 T-Shirts und 1800 Pullovern. Die Spenden kämen außer von Organisationen und institutionellen Einrichtungen auch von „sehr vielen Privatpersonen“, erzählt Leiter Biermann. Trotzdem gebe es vor allem bei Herrenschuhen, Herrenunterwäsche und Kinderwagen immer wieder Engpässe. Insgesamt sei die Nachfrage jedoch „etwas weniger geworden“, meint der 57-Jährige.

Renate Wenghöfer ist als freiwillige Helferin seit der Eröffnung der Einrichtung dabei. Sie sortiert die Spenden, gibt Kleidung heraus und geht auf die Wünsche der Besucher ein. „Ich finde, jeder ist gehalten, etwas für Menschen zu tun, denen es nicht so gut geht wie uns“, sagt sie. Manchmal bekommt Wenghöfer dabei selbst Hilfe: Als eine schwangere Frau auf arabisch nach einer Erstausstattung für ihr Ungeborenes fragt, scheitert es zunächst an der Verständigung. „Wir haben auch einige Helfer, die selbst einen Migrationshintergrund haben“, sagt Biermann. Einer von ihnen konnte schließlich für Aufklärung sorgen. „Multikulti - ich finde das klasse“, meint Wenghöfer.

Seit dem 2. November vergangenen Jahres hat das Spendenzentrum geöffnet. Die Firmen Zufall, Sycor und Sartorius übernahmen die Miete für die ersten anderthalb Jahre, bis Januar 2017. Die Stadt Göttingen, die das Spendenzentrum gemeinsam mit den Göttinger Wohlfahrtsverbänden betreibt, ist auf der Suche nach weiteren Sponsoren für die Mietzahlungen im kommenden Jahr, teilt Verwaltungssprecher Detlef Johannson mit.

Zwischen 50 und 70 Mitarbeiter seien nach Angaben Biermanns im Spendenzentrum tätig. Die Zahl schwanke, da „die ehrenamtlichen Helfer kommen und gehen“, erklärt Biermann. Im Sommer hatten einige Helfer das Spendenzentrum im Streit verlassen, da sie sich bei organisatorischen Abläufen übergangen fühlten. „Ich habe es nie so wirklich nachvollziehen können“, sagt Biermann. Der Betrieb sei unverändert weitergelaufen. „Das Engagement aus der Bevölkerung ist nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt er und freut sich über die freiwilligen Helfer und die Sachspenden gleichermaßen.

Mehr zum Spendenzentrum und dessen Bedarf unter fluechtlingshilfe-goettingen.de

von Yannick Höppner

Das Spendenzentrum:

Die Stadt Göttingen reagierte mit dem Spendenzentrum auf die große Hilfs- und Spendenbereitschaft der Bevölkerung. Flüchtlinge und Bedürftige können dort Kleidung und Haushaltgegenstände erhalten. „Wir schicken niemanden weg“, sagt Leiter Harald Biermann. Auf der Homepage fluechtlingshilfe-goettingen.de können sich Interessierte über die verschiedenen Spendenangebote informieren. Spenden nimmt das Spendenzentrum, Robert-Bosch-Breite 1, montags von 16 bis 19 Uhr, mittwochs von 8.30 bis 10 Uhr und sonnabends von 10 bis 12 Uhr an. Die Ausgabe erfolgt dienstags von 16 bis 19 Uhr und freitags von 15 bis 17.30 Uhr.

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