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Musikvideo-Dreh im offenen Jugendvollzug

Projekt „Rapspect“ Musikvideo-Dreh im offenen Jugendvollzug

Ein außergewöhnliches Video wird am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien in der KGS in Nörten an der Bünte gezeigt. Seit Montag haben zwölf Schüler der KGS mit acht Jugendlichen im offenen Jugendvollzug ein Musikvideo zum Thema „Vorurteile gegenüber Inhaftierten“ gedreht. Am 21. Dezember um 11 Uhr wird das Ergebnis öffentlich vorgeführt.

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Dreharbeiten an der Jugendanstalt: KGS-Schüler drehen ein Musikvideo über Vorurteile gegenüber Inhaftierten.

Quelle: Theodora da Silva

Nörten-Hardenberg. Die Idee zur Arbeit mit dem offenen Jugendvollzug Göttingen habe er schon vor vielen Jahren gehabt, erzählt Andreas Linkert, Projektleiter von Rapspect. Damals habe er mit seiner Crew einen Auftritt in der Jugendanstalt auf dem Leineberg gehabt. „Ich hatte Angst um mein Equipment“, erzählt er von seinen Vorurteilen.

Als er mit seinen Leuten dort war, sei er erstaunt gewesen, wie höflich sie behandelt wurden. In diesem Jahr habe er dann Luft gefunden, die Idee zur Zusammenarbeit umzusetzen. Die Zeit direkt vor Weihnachten erwies sich für Schule und Jugendanstalt am besten. Von 8 bis 15 Uhr werde jeden Tag am Video gearbeitet, auch in der KGS Nörten war ein Drehtag.

Das Video erzählt von einem Jugendlichen, der „Scheiße gebaut“ hat und dafür eine Zeit in der Jugendanstalt verbringen muss. Er verliert seine Freunde und seine Freundin. Er sieht nicht, wie das gemeinsame Kind laufen lernt. Im Video besucht das Mädchen ihren Freund in Haft. In einer Sitzecke in den Gängen spielt die Szene. Kameramann Christian Schulze nimmt sie auf.

„Er ist wie ihr, nur seiner Freiheit beraubt“

Die Spieler müssen nur die Lippen bewegen, der Rap wird im Gemeinschaftsraum aufgenommen. Dort übt Bilal Naji von Rapspect mit einem der Darsteller aus dem offenen Jugendvollzug. „Er ist wie ihr, nur seiner Freiheit beraubt“, lautet passend die Zeile, die der Spieler rappen soll. Es fällt ihm nicht leicht, den Rhythmus zu finden. Naji macht ihm den Rhythmus vor, sein Schüler versucht, das Maß zu finden. Als Naji ihm einen letzten Versuch gibt, klappt es: Die Worte sind im Kasten. Jetzt heißt es, Tische rücken zum Mittagessen.

„Ich finde es klasse, so ein Projekt zu machen“, sagt der Rapper. Auch die Zusammenarbeit mit den Schülern gefällt ihm. Er habe eine Scheißzeit draußen hinter sich. Doch er sei entschlossen, vieles anders zu machen. Mit Bilal Naji würde er gern regelmäßig üben. „Schön wäre es, wenn wir das öfter machen könnten.“

Träger des Projekts von Rapspect ist die Gemeindejugendpflege Nörten-Hardenberg. Unterstützt wird es durch den Lokalen Aktionsplan, den Jugendschutz des Landkreises Northeim, die Jugendhilfe Göttingen und das Northeimer Autohaus Brackmann. Im Internet unter rapspect.de kann das Musikvideo in Kürze angesehen werden.

Von Ute Lawrenz

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Projekt RapSpect

„Ich akzeptiere mich so, wie ich bin / dann kriege ich auch im Leben alles hin / erst so kriegt man den nötigen Respekt / und dann läuft auch alles perfekt“ singen zehn Schüler aus den Klassen 4 bis 13 im Refrain. In der Weperschule sind sie bei einer Probe zum Projekt „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ von RapSpect.

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