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Musterhäftling muss für weitere vier Jahre ins Gefängnis

Antikmöbel-Bande Musterhäftling muss für weitere vier Jahre ins Gefängnis

Für weitere vier Jahre muss ein 36 Jahre alter Mann aus Duderstadt ins Gefängnis, weil er als Mitglied einer Bande des Diebstahls und Betruges schuldig ist. Dabei war der Mann erst 2006 nach fast drei Jahren Haft vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden, weil er als mustergültiger Häftling galt und seine Sozialprognose günstig war. Doch noch in der Bewährungszeit war er rückfällig geworden.

Ebenso sein Mitangeklagter, ein 24-Jähriger, der es bereits auf acht Vorverurteilungen gebracht hatte. Er kam diesmal mit neun Monaten Haft auf Bewährung davon, weil sein Bewährungshelfer ein äußerst positives Bild von seinem Persönlichkeitswandel zeichnete. Dabei hatte auch er noch eine Vorverurteilung offen. Wegen gewerbsmäßigen Betruges mit Stromaggregaten, die er zusammen mit Helfern angemietet und weiterverkauft hatte, statt sie zurückzugeben, war er zu 22 Monaten verurteilt worden.

Mit derselben Masche hatten er und zwei Mitangeklagte später weiter gemacht. Zwei von ihnen wurden jetzt nach einem Geständnis verurteilt, der dritte muss sich später verantworten, weil er in einer separaten Verhandlung deutlich machen will, dass er seinerzeit schwer unter Kokainabhängigkeit litt.

Die Bande aus dem Raum Duderstadt hatte in unterschiedlicher Tatbeteiligung hochwertige Stromaggregate im Wert von 20 000 bis 40 000 Euro, mehrere Gabelstapler, einen 120 000 Euro teuren Kleinlaster und mehr als eine Tonne Edelmetall gestohlen und teils weiterverkauft. In einigen Fällen blieb es beim Versuch. Die Maschinen waren jeweils über Strohmänner und mit gefälschten Papieren angemietet und nicht zurückgegeben worden.

Gefasst wurden die Angeklagten, als sie bei einem Göttinger Dachdeckerbetrieb für 16 000 Euro Dichtungsbahnen stahlen – unter den Augen von Spezialkräften der Polizei, die sie schon lange abhörten und unbemerkt observierten.

Ein weiteres Verfahren – der Angeklagte hatte eine Straßenlaterne umgefahren und diese dann auf seinem Laster komplett mitgehen lassen – wurde eingestellt. Das Gericht hatte sich mit der Verteidigung über eine Strafobergrenze verständigt, ehe die Angeklagten ein Geständnis ablegten.

Der 36-Jährige hatte mit anderen Mittätern bereits Anfang des Jahrzehnts für Aufsehen gesorgt, als seine Bande in vielen Fällen bei Einbrüchen hochwertige Möbel und Antiquitäten stahl, mehrere Boote samt Trailer, riesige Mengen Bekleidung erbeutete, einen Safe und ein ganzes Lager voller Rasenmäher ausräumte. Damals war er zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden, von denen er nur die Hälfte absitzen musste, was „so selten wie ein Schweinchen beim Doppelkopf“ ist, wie Richter August-Wilhelm Mar-ahrens sagte. Damals hatte die Strafvollstreckungskammer seinen Fleiß bei Arbeiten innerhalb der JVA anerkannt. Diesmal wird er wohl die volle Zeit absitzen müssen und diese für eine Ausbildung nutzen können. Der Sohn von Landfahrern hat nämlich weder eine Ausbildung, noch einen Schulabschluss.

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