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Information über die „Volkskrankheit“ Depression

„Mut-Tour“ macht Halt am Gänseliesel Information über die „Volkskrankheit“ Depression

Anderen Menschen Mut machen - das wollen Teilnehmer der „Mut-Tour“, einem Aktionsprogramm, das sich seit 2012 durch Deutschland bewegt und einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Depressionen leisten möchte. Am Mittwoch machten Teilnehmer auch in Göttingen Station.

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Teilnehmer der Mut-Tour informieren am Gänseliesel über das Thema Depression.

Göttingen. Am Gänseliesel informierten sechs Männer und Frauen, die auf drei Tandems aus Richtung Hildesheim kamen und zuvor in Northeim Station gemacht hatten, Passanten über das Thema Depression. Auch Peter K. und Wolfgang K. radelten mit und berichteten über ihre Erfahrungen mit der Krankheit Depression und dem Umgang der Umwelt mit der Diagnose. „Die Resonanz auf die Mut-Tour ist durchweg positiv. Wir sind als Gruppe auf dem Rad unterwegs, sehen jeden Tag eine andere Stadt und lernen neue Menschen kennen, mit denen wir ins Gespräch zum Thema Depression kommen“, sagte Wolfgang K. Dennoch gebe es auf dem Weg zur Entstigmatisierung der „Volkskrankheit“ Depression noch viel zu tun - obwohl die Erkrankung durch die richtige Therapie und Medikation gut behandelbar sei. Betroffene hätten oft das Bestreben, die Erkrankung zu verstecken - aus Angst vor Ausgrenzung von Kollegen oder dem privaten Umfeld. „Wenn alle nur ein bisschen besser aufeinander Acht geben, ist schon viel getan“, sagte Peter K. Dies gelte vor allem für Arbeitgeber. Betroffene sollten nicht ausgegrenzt, sondern integriert werden, was wiederum einen positiven Effekt auf die Genesung hätte. „Und es wäre volkswirtschaftlich auch effektiver, einen Mitarbeiter mit Depressionen im Unternehmen zu halten“, gab Wolfgang K. zu bedenken.

Auch der Umgang der Medien mit dem Thema Depression könne sowohl Betroffene als auch Nicht-Betroffene irritieren. Ein größeres Fingerspitzengefühl in der Beschreibung psychischer Erkrankungen in der Berichterstattung könne ebenfalls dazu beitragen, einen offenen und verständnisvollen Umgang miteinander zu fördern. Dennoch sei die Entwicklung im Umgang mit der Krankheit positiv zu bewerten. Allmählich tauche das Thema Depression auch in Fortbildungen im betrieblichen Gesundheitsmanagement auf, nicht zuletzt auch durch die Etablierung des Begriffs „Burnout“.

An der Mut-Tour nehmen in diesem Jahr insgesamt 45 Personen teil. Insgesamt legen sie und 3200 Kilometer zurück. Noch bis zum 25. August sind die Teams wieder auf Tandems, in Zweier-Kajaks und zu Fuß beim Wandern unterwegs. Insgesamt haben auf der Mut-Tour 126 depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen über 22000 Kilometer zurückgelegt. Ziel der Tour ist der Patientenkongress Depression, der am 26. und 27. August in Leipzig unter dem Motto „Den Betroffenen eine Stimme geben“ stattfindet. Hierfür können sich Interessierte noch anmelden. Infos: www.deutsche-depressionshilfe.de.

Von Maren Iben

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