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Nabelschau: Soll der Tanz zurück in die Weender? „Hier haben wir uns das erste Mal geküsst“

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„Hier haben wir uns das erste Mal geküsst“

Seit den 70er-Jahren lebt er in der Weender Straße. Rudi Alten hat seine Zahnarztpraxis in der Göttinger Innenstadt, die momentan von Baustellen geprägt ist. Dass  die Figuren am Nabel abgebaut sind, ist für Alten ein neuer, erfreulicher Anblick. Die einzige wirkliche Kreuzung in der Fußgängerzone hätte es verdient, den freien Blick zu wahren. Ohne die Bronzeskulptur sehe die Fußgängerzone einladender aus, es mache Göttingen nicht so kleinteilig. Zudem passe die Statue nicht.

Im Herzen der Fußgängerzone:  „Der Tanz“ ist gerade am Bauhof abgestellt. 1975 stand hier eine Plexiglassäule. Kreuzung ohne Skulptur.

© Vetter / Reimer/ Hinzmann

Den meisten Passanten auf der Straße fällt erst auf, dass der Nabel nicht mehr vor Ort ist, wenn sie darauf angesprochen werden. „Oh, der Nabel ist weg?“ fragt Passantin Steilmann, guckt erstaunt auf den leeren Platz und fügt hinzu: „Der Nabel muss wieder her!“

Meist sind es die älteren, die an den Skulpturen festhalten. So haben viele von ihnen schöne Erinnerung an sie. „Hier haben wir uns das erste Mal geküsst“, erzählt ein Ehepaar. Mittlerweile sind die Eheleute mehr als 20 Jahre verheiratet und erinnern sich gerne an diesen Tag zurück. „Wir fänden es schade, wenn das Werk nicht wieder aufgestellt würde.“ „Das war ein Mittelpunkt, da hat man sich getroffen. Außerdem war das ein schönes Kunstwerk, das nun fehlt“, argumentiert ein älterer Herr, der anonym bleiben will.

Bei den jüngeren Leuten überwiegt die Nutzung als Treffpunkt sowie als Bank. Was nun genau als Kunst dort stehen soll, ist den meisten Befragten egal, nur funktionell sollte es sein.

„Als Treffpunkt fehlt er sicherlich, allerdings kann ich mich nicht mehr daran erinnern, was dort für ein Kunstwerk stand, muss der 23-jähriger Paul Kruse zugeben. „Mir ist egal, ob dort etwas hinkommt oder nicht. Hauptsache, die ewigen Baustellen in der Stadt sind endlich mal fertig“, meint Lena Sievers.

Den Verkäufer des Stadtmagazins Tagessatz freut es, dass er nun mehr Platz habe und so mehr Menschen erreichen würde. „Von mir aus könnte es so bleiben, wie es ist. So muss ich nicht immer um das Ding rumlaufen.“

Von Sebastian Wels

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