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Namensvetter soll für Betrüger zahlen

Inkasso-Unternehmen Namensvetter soll für Betrüger zahlen

Tageblatt-Leser Walter Funkel (Name von der Redaktion geändert) staunte nicht schlecht, als er im Spätsommer dieses Jahres seine Post aus dem Briefkasten fischte: Die Inkasso-Firma Alektum forderte ihn auf, 1375,58 Euro zu zahlen. Wofür, stand nicht dabei.

Auch nicht, seit wann die Forderung besteht und wie sich der Betrag aufschlüsselt. Erst nach längerer Nachforschung fand Funkel heraus: Nachdem vor zehn Jahren ein Mann gleichen Namens, der damals im Göttinger Hagenweg wohnte, in Seesen Videos gekauft, aber nicht bezahlt hatte, schickte die Inkasso-Firma die immer noch bestehende Forderung einfach an einen anderen Göttinger mit Namen Walter Funkel – nämlich ihn.

Sich gegen die Zahlung zu wehren, sei nicht einfach, sagt Funkel. Auf seinen Hinweis an das Inkasso-Unternehmen, er sei mit dem Video-Käufer nicht identisch und nie in Seesen gewesen, habe ihm die Inkasso-Mitarbeiterin mit dem Besuch des Gerichtsvollziehers am nächsten Tag gedroht.

Daraufhin nahm sich Funkel einen Anwalt. Jetzt landet die Sache voraussichtlich vor Gericht – mit vorhersehbarem Ausgang zu Lasten des Inkasso-Unternehmens, falls die Schuldeneintreiber nicht doch noch einlenken.

Dennoch bleibt Funkel empört. Als unbescholtener Bürger könne er es nicht verstehen, dass ein Inkasso-Unternehmen nach zehn Jahren eine Forderung aufgreift und, wenn die Geldeintreiber den Schuldner nicht ausfindig machen können, einfach einen Träger gleichen Namens ohne Prüfung mit der Zahlungsaufforderung überziehen.
In Fällen unberechtigter Zahlungsaufforderungen rät die Göttinger Verbraucherzentrale grundsätzlich dazu, nicht zu bezahlen. Ruhe zu bewahren und die Sache auszusitzen sei die richtige Reaktion. Nur einen gerichtlichen Mahnbescheid dürften Verbraucher nicht ignorieren, sondern müssten unbedingt Widerspruch einlegen: Ein derartiger Bescheid werde ohne Reaktion des Empfängers auch dann wirksam, wenn die zugrundeliegende Forderung überhaupt nicht berechtigt sei. Zu einem solchen Schritt, wissen die Göttinger Verbraucherschützer, ließen es die Abzockunternehmen allerdings so gut wie nie kommen.

hein

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