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Neue Biogasanlage soll bald gebaut werden

Informationstermin ohne Bürger Neue Biogasanlage soll bald gebaut werden

Die Pläne zum Bau einer Biogasanlage im Süden Rosdorfs (Tageblatt berichtete) schreiten voran. Das 6,5-Millionen-Euro-Projekt könnte schon bald umgesetzt werden.

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Wartbergkreisel im Süden Rosdorfs: Hier soll die Biogasanlage rechts neben der Kreisstraße nach Obernjesa entstehen. Von der K 29 aus soll auch die Zufahrt zur Anlage gebaut werden.

Quelle: Theodoro da Silva

Weil zu einem Informationstermin für Bürger niemand erschien, gehen die Beteiligten davon aus, dass es auch von dieser Seite keine Einwände gibt. In Rosdorf kursieren dennoch diverse Gerüchte und Vorurteile, die Jan Hampe, Geschäftsführer der betreibenden Biogas Göttingen GmbH & Co. KG, jetzt im Ortsrat Rosdorf aufzuklären versuchte.

So sei beispielsweise an der Annahme, man könne einen Teil des Verkehrs auf die Schiene umlegen und so den stillgelegten Rosdorfer Bahnhof wiederbeleben, nichts dran, sagte Hampe. Schließlich würden die Rohstoffe für die Anlage aus dem direkten Umland stammen.
Die immer wieder geäußerten Befürchtungen, die Biogasanlage würde das Entstehen von Monokulturen – insbesondere in Form von Mais – begünstigen, mochte Hampe ebenfalls nicht teilen. Momentan sei Winterweizen die vorherrschende Fruchtform in der Region und mache etwa 50 Prozent des gesamten Anbaus aus. „Wenn wir den Mais hinzubringen, bedeutet dies eine gewisse Auflockerung“, sagte Hampe. Er schätze, dass der Mais zukünftig „ein Drittel der Schwerpunktfruchtarten“ in der Umgebung ausmachen werde. Es wirke zwar bedrohlich, „wenn der Mais hochwächst“, wie derzeit im Norden Rosdorfs in der Nähe des Gefängnisses, schränkte er ein. „Im Süden ist das aber anders.“

Die Biogasanlage, die südlich des Wartbergkreisels und westlich der Kreisstraße 29 gebaut werden soll, wird aus zwei Teilen bestehen. Bei der ersten, deutlich kleineren Anlage kommen größtenteils Gülle und Mist zum Einsatz. Damit wolle man den Güllebonus erlangen, sagte Hampe – eine Maßnahme zur Förderung von Biogasanlagen, die dem Abbau von schädlichen Emissionen und damit dem Umweltschutz dienen soll. Zudem werde die produzierte Wärme genutzt, um die Behälter der großen Anlage warm zu halten.

Beliefert werden soll diese laut Hampe zu 60 Prozent mit Mais, zu 30 Prozent mit Ganzpflanzensilage (vornehmlich Getreide) und zu zehn Prozent mit sonstiger Biomasse. Dazu werden rund 500 bis 600 Hektar Anbaufläche benötigt. Sie erstreckt sich von Groß Ellershausen und Geismar im Norden über den westlichen Teil der Gemeinde Gleichen bis nach Niedergandern im Süden. Etwa 50 Landwirte werden die Anlage beliefern.

Als Ausgleichsmaßnahme wird die gesamte Anlage begrünt. Sie soll im optimalen Fall von außen kaum noch zu sehen sein. Man habe sich sogar verpflichtet, die Behälter, unter anderem also die drei Fermenter, in einem Grünton zu streichen, sagte Hampe. „Der wunderschöne Ausblick vom Wartberg“, wie Gerhard Winter (CDU) gemutmaßt hatte, werde also nicht wirklich zerstört.
Die Landwirtschaft will das Projekt alleine stemmen. Gesellschafter sind Landwirte aus der Region, der Kreislandvolkverband mit zehn Prozent und Maschinenringe mit 25 Prozent. Abnehmer des Biogases, das nach neuen Informationen nun doch nicht vor Ort veredelt werden soll, sind die Stadtwerke Göttingen.

Unterdessen seien auch die notwendigen Gutachten positiv beschieden worden, teilte Hampe mit. Es müsse nur noch geklärt werden, ob es eine Population des geschützten Feldhamsters auf dem Gebiet gebe. Bisher seien aber keine Hamster gefunden worden. Allein zwei Feldlerchenpaare lebten dort. „Für die wird gesorgt“, versprach Hampe.

Auch für die Bürger Rosdorfs will man sorgen. Denn Befürchtungen, der durch die Biogasanlage verursachte Verkehr werde vornehmlich durch den Ort fahren, stehen seit Beginn der Pläne im Raum. Daher habe man den Betreiber der Anlage vertraglich darauf hingewiesen, auf die Anlieferer einzuwirken, nicht durch den Ortskern zu fahren, sagte Hans-Jürgen Böhm von der Verwaltung. Verpflichten könne man sie dazu aber nicht.

Von Andreas Fuhrmann

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