Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Nicht erschrecken: Hornissen im Anflug

Suche nach Nistplatz Nicht erschrecken: Hornissen im Anflug

Seitdem in der Region kräftig die Sonne scheint, summt und brummt es allenthalben. Die Honigbienen starten zu ihren ersten Ausflügen, und Hummeln und Wespen erwachen aus dem Winterschlaf. Zudem wurden in diesem Jahr schon verstärkt Hornissen gesichtet und haben so manchen erschreckt. Dabei sind die Tiere weitaus harmloser als ihr Ruf.

„Sieben Hornissenstiche töten ein Pferd, drei einen Erwachsenen und zwei ein Kind.“ Diesen Spruch, den der Naturschutzbund Deutschland als „Irrglaube“ bezeichnet, hält auch Gerhard Schwanitz, Hobby-Imker aus Settmarshausen, für Unfug. Im Gegenteil: „Hornissen sind absolut friedlich“, sagt der Experte.

Auch ihm und seinem Sohn Lars ist jedoch aufgefallen, dass es in diesem Jahr besonders viele Hornissen gibt. Das sei aber völlig normal, meint Gerhard Schwanitz, denn so, wie es Wespenjahre gebe, verhalte sich auch die Entwicklung der Hornisse zyklisch. Wahrscheinlich sei der vergangene Herbst einfach besonders vorteilhaft gewesen für die einzige Echte Wespe (Gattung Vespa) Deutschlands. Heißt: Es gab besonders viele Insekten. Denn die Hornisse benötigt wie die Wespe tierisches Eiweiß zum Überleben. So kann ein großes Volk mit bis zu 700 Tieren an einem Tag ein halbes Kilogramm Insekten wie Mücken oder Fliegen vertilgen. „Das ist sehr positiv für den Naturhaushalt“, sagt Schwanitz – und für den Menschen.

Auf diese Weise gestärkt haben den vergangenen Winter wohl besonders viele Jungköniginnen der Hornisse überlebt. Denn anders als bei der Honigbiene, die im Volk überwintert, sterben bei Hornissen, Wespen und Hummeln die Völker inklusive der alten Königinnen im Herbst. Nur die neu geborenen und begatteten Jungköniginnen überleben die kalte Jahreszeit.

Das schaffen sie, indem sie sich in morschen Bäumen oder in der Erde verkriechen. Während dieser Zeit arbeiten alle Organe auf Sparflamme. Zudem produzieren die Jungköniginnen den Frostschutz Glyzerol. Wenn es ausreichend warm ist, erwachen sie aus ihrem Winterschlaf und unternehmen erste Erkundungsflüge, um einen geeigneten Nistplatz zu finden. Dabei können sie sich auch schon mal in eine Wohnung verirren.

Angst muss man vor den bis zu vier Zentimeter großen Hornissen jedoch nicht haben. „Das sind ganz friedliche Tiere, die sind vollkommen ungefährlich“, erklärt Lars Schwanitz. Die Menschen hätten einfach Respekt vor ihrer Größe und dem tiefen Brummen. Zudem seien Hornissenstiche keineswegs gefährlicher als die von Bienen oder Wespen. Das sei sogar wissenschaftlich erwiesen.

Von Andreas Fuhrmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt