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Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) im Interview

Neues Amt Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) im Interview

Am Dienstag hat sich der neue Niedersächsische Landtag konstituiert. Dabei haben drei Abgeordnete aus Südniedersachsen besondere Ämter und Aufgaben übernommen: Der bisherige Fraktionschef der Grünen, Stefan Wenzel aus Klein Lengden, ist neuer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Die Sozialdemokratin Frauke Heiligenstadt ist neue Kultusministerin des Landes. Und Gabriele Andretta (SPD) aus Göttingen wurde vom Parlament einstimmig als Vizepräsidenten des Landtages gewählt. 

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Mit dem Zeichen des Schwurs und der Landesfahne im Hintergrund: Umweltminister Stefan Wenzel spricht am Dienstag im Landtag die Eidesformel.

Quelle: Pförtner

Klein Lengden/Hannover. Herr Wenzel, am Dienstag haben Sie ihren Eid als Minister abgelegt. Und bis zuletzt wurde spekuliert, die Wahl des Ministerpräsidenten könnte scheitern. Sind Sie an diesem Tag früher als sonst aufgestanden?
Nein, ganz normal um halb sechs. Mir war klar, dass es ein besonderer Tag ist. Die Spannung war natürlich auch groß, aber ich war sicher, dass die rot-grüne Mehrheit für die Wahl des Ministerpräsidenten steht.

Wann haben Sie das erste Mal wirklich realisiert: Jetzt bin ich Minister?
Ich glaube, ich brauche noch ein paar Tage, bis ich es richtig realisiert habe. Aber ich freue mich riesig auf die Herausforderung, auf die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und darauf, das was wir uns vorgenommen haben, auch umzusetzen.

Waren die vorangegangenen Koalitionsverhandlungen mit der SPD so harmonisch, wie es nach außen wirkte? Oder knirschte es doch gelegentlich?
Nein, sie waren hart aber fair. Wir haben teilweise sehr lange verhandelt, und ich hatte manchmal Probleme, genug Schlaf zu kriegen. Aber es gab immer den Willen auf beiden Seiten, sich zu einigen. Das hat zu Kompromissen geführt, die tragfähig waren. In solchen Runden darf man seine Partner nicht demütigen. Unsere Gespräche waren geprägt von gegenseitigem Respekt.

Worüber wurde besonders lange und hart gerungen?
Insbesondere um Personalfragen und die Verkehrspolitik – dabei ging es nicht nur um Autobahnen. Wir haben dabei feststellen müssen, dass die alte Landesregierung von David McAllister für den Bundesverkehrswegeplan so viele Projekte angemeldet hat, dass wir 200 Jahre bräuchten, um sie finanziell umzusetzen. Wir wollen künftig vermeiden, so unverantwortlich mit Geld umzugehen.

Sie sind jetzt zuständig für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Im Raum Göttingen werden verzweifelt neue Standorte für Windräder gesucht. Werden Sie Windmühlen im Wald  erlauben?
Wir werden erst einmal genau analysieren, wie wir Strom sparen können, wie viel Strom wir Offshore und Onshore gewinnen können und dann entscheiden, wie eine vernünftige Windkraftnutzung für die Zukunft aussieht.

Ein Reizthema in der Region Südniedersachsen sind die Salz-Einträge in Werra und Weser: Wird es mit Umweltminister Wenzel nur noch eine durchgehende Pipeline für Kali-Salz bis zur Nordsee geben? 
Wir haben mit unserem Koalitionspartner verabredet, dass die Salzfracht in die Werra drastisch reduziert werden muss. Dazu müssen alle technischen Möglichkeiten ausgereizt werden. Wie weit das gehen kann, soll von Gutachtern vertieft untersucht werden. Und dafür ist erst einmal der Verursacher in der Pflicht. Eine kurze Pipeline bis Karlshafen löst das Problem jedenfalls nicht.

Auch wenn es eher ins Verkehrsministerium fällt: Würden Sie Tempo 30 flächendeckend in ganz Göttingen als Modellversuch unter Landesregie unterstützen?
Ich glaube, dass wir solche Ansätze für mehr Lebensqualität in Wohngebieten ernst nehmen müssen. Grundsätzlich kann das einen Beitrag zu mehr Sicherheit und Lebensqualität leisten – einschließlich Lärmreduzierung. Ich werde mit meinen Kabinettskollegen prüfen, was etwa im Rahmen von Modellversuchen machbar ist.

Ihr neues Amt dürfte ein Job mit 70 Wochenstunden und hoher Verantwortung sein: Wird sich ihr persönlicher Arbeitsstil dadurch verändern?
Schon bisher als Fraktionsvorsitzender lag meine Arbeit nach Stundenzahl oft jenseits üblicher Arbeitszeiten. Es kommt drauf an, die Prioritäten richtig zu setzen. Es ist aber auch wichtig, auf genug Zeit für Familie und Freunde zu achten – nicht zuletzt auch aus gesundheitlichen Gründen.

Das heißt konkret: Wann und wie oft werden Sie für Gespräche und Termine in Göttingen oder in ihrem Wohnort Klein Lengden sein?
Mir liegt viel daran, persönliche Kontakte zu den Menschen in der Region zu haben und über Projekte, Probleme und Ideen ins Gespräch zu kommen. Ganz besonders natürlich in meinem Wahlkreis. Ich werde auch künftig ansprechbar sein und hoffe, dass dafür Zeit bleibt.

Fahren Sie weiterhin mit dem Carsharing-Auto, dem Bus und der Bahn nach Hannover – oder fährt Sie der Minister-Chauffeur?
Ich gehe davon aus, weiter mit der Bahn zu fahren. Es sei denn, Termine liegen sehr abgelegen. Zwischen Göttingen und Hannover gibt es jedenfalls nichts Schnelleres.

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