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Besondere Führung

Turmbesichtigung in St. Johannis Besondere Führung

Die Kirchenpädagogik des Kirchenkreis Göttingen hat am Sonntagmittag eine besondere Führung angeboten. Für die Teilnehmer ging es hoch hinaus - auf den Nordturm, den Dachboden und in den Glockenraum der St. Johanniskirche.

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Küster Detlef Radtke vor dem Treppenhaus

Quelle: Maren Iben

Göttingen. „Keine Kirche ohne Türme“ - mit diesem Zitat läutete Küster Detlef Radtke die Führung im Kirchenschiff von St. Johannis ein. So erfuhren die Teilnehmer der Führung zunächst, dass vor 1000 Jahren am heutigen Platz der Kirche noch überhaupt kein Gotteshaus stand. Zwischen 1100 und 1200, nachdem sich dort vermehrt Menschen niederließen, wurde eine Kapelle erbaut, die aber bald zu klein wurde. So wurde 1270 eine gotische Kirche erbaut, die als Stadt- und Marktkirche einen Dreh- und Angelpunkt für die Bevölkerung bildete und in der bei allen wichtigen Anlässen ein Gottesdienst abgehalten wurde. „Dieser Brauch hält sich bis heute“, erklärte Radtke. So habe man Ende September zur Gildenwahl ebenfalls einen Gottesdienst in St. Johannis gefeiert. Auch auf die zahlreichen Renovierungen ging Radtke ein, ehe es für die Teilnehmer in Richtung Turmbesteigung ging. „Wir besteigen jetzt 121 Stufen - für jeden Fuß“, scherzte der Küster. Im Turm erzählte er von dem im Januar 2005 von zwei Jugendlichen ausgelösten Großbrand, der zurfolge hatte, dass der Dachstuhl für zwei Millionen Euro saniert werden musste.

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Nordturmbesichtigung in St. Johannis

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Die Teilnehmer der Führung konnten zudem die ehemalige Türmerwohnung besichtigen, die bis 2001 auch noch vermietet war - der letzte Turmwächter, Franz Kerl, zog jedoch im Jahr 1921 aus. „Er hinterließ in vielen Holzbalken seinen Namen, sodass er uns immer in Erinnerung bleibt“ sagte Radtke. Heute befindet sich in der ehemaligen Türmerunterkunft eine kleine Kapelle, in der Messen und Taufen stattfinden, und die die Evangelische Studien- und Hochschulgemeinde nutzt. „Sie befinden sich hier außerdem in den Räumlichkeiten, in denen der Grundstein für die moderne Telekommunikation gelegt wurde“, erläutere Radtke weiter und ging auf die Bemühungen der Physiker Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Weber ein, die 1833 den Gauß-Weber-Telegrafen erfanden - den ersten elektromagnetischen Telegrafen der Welt. Im Turmbuch konnten sich die Teilnehmer verewigen, ehe es weiter in die Glockenstube ging. Die älteste der drei massiven Glocken stammt aus dem Jahr 1616. Detlef Radtke gab einen Einblick in die Bedeutungen der Glocken und zu welchen Anlässen und Uhrzeiten sie zu hören sind.

Und auch die Holzkonstruktionen im Turminneren waren Thema der Führung. So konnten die Teilnehmer einen Rundgang auf den hölzernen Stegen machen und erfuhren, was es mit dem Wort „Kirchenschiff“ auf sich hat. Nach etwa 90 Minuten endete die unterhaltsame Führung; die nächste dieser Art findet am Sonntag, 7. Januar 2018, statt.

Informationen zum Programm: www.kirchenpaedagogik.kirchenkreis-Goettingen.de

Von Maren Iben

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