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Opfer der Messerattacke: „Das war sehr knapp“

Schwerverletzter schildert Angriff Opfer der Messerattacke: „Das war sehr knapp“

„Sie haben sich äußerst vorbildlich verhalten und sind ein Beispiel für Andere“, sagte gestern Polizeipräsident Kruse zu den beiden Männern, die bei der Messerattacke schwer verletzt worden sind.

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Messerstecherei am Markt in Göttingen: Bei der Tat werden am Sonnabend zwei Helfer verletzt, bevor der Täter überwältigt wird.

Quelle: PH

Bei seinem Besuch in der Klinik dankte der den Helfern dafür, dass sie „trotz erheblicher Gefahren und Risiken für sich selbst einem anderen Menschen in großer Not geholfen haben.“ Vorbildliche Hilfe, die möglicherweise bei einem der beiden Männer bleibende Schäden hinterlässt und damit die berufliche Existenz gefährdet.

Dabei war zunächst nicht abzusehen, wie gefährlich die Situation am vergangen Sonnabendmittag war. Einer der beiden schwer verletzten Helfer schilderte gestern gegenüber dem Tageblatt, wie er die Attacke erlebt hat. „Ich dachte erst, der Mann hat eine Wette verloren“, sagt der Verletzte. Der spätere Täter habe einen gepflegten Eindruck gemacht, er sei gut gekleidet gewesen. Er stand am Markt und beschimpfte Deutsche. Als ihn dort gegen 13.15 Uhr ein Mann aus Herzberg aufforderte die Provokationen zu unterlassen, sei der 39-Jährige sofort auf diesen losgegangen – „ohne Rücksicht auf Verluste“. Die beiden Männer, die später die schweren Verletzungen davon trugen, wollten helfen und beruhigend auf die Kontrahenten einwirken. „Ich habe den Herzberger beruhigt und wollte dann den anderen Helfer unterstützen“, sagt das spätere Opfer. In diesem Moment habe der Deutsch-Iraner dann das Messer gezogen und dem Mann in die Brust gerammt. „Er wollte es noch immer tiefer stecken“, erinnert sich der zweite Mann. Dem Täter gelang es, sich heraus zu winden. Dann stach er auf den zweiten Helfer ein. Beide Männer wurden schwer verletzt. Aber: „Wir hatten viel Glück, dass es keine Todesopfer gegeben hat“, sagt der Verletzte. „Das war sehr, sehr knapp“.

Im Januar vergangenen Jahres hat die Göttinger Polizei mit Laienschauspielern getestet, wie couragiert die Göttinger sind.

  Zivilcourage: Möglichst gemeinsam einschreiten
 

Jeder möchte, dass ihm in Notsituationen geholfen wird. Die beiden Männer haben in Göttingen mutig gehandelt, alles richtig gemacht, wurden dennoch verletzt. Polizeihauptkommissarin Margret Reinecke gibt Tipps:

  • Immer mit Bedacht vorgehen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Das ist die oberste Regel.
  • Egal ob Raub, Bedrohung oder Gewalt: Schlimmeres kann verhindert werden, wenn alle gemeinsam einschreiten. Suchen Sie Mitstreiter und verständigen Sie umgehend die Polizei. Greifen Sie ein und machen Sie klar, dass Gewalt keine Privatangelegenheit ist.
  • Vermeiden Sie es, den Täter zu provozieren oder sich provozieren zu lassen. Duzen Sie den Täter nicht. Schaffen Sie sprachliche Distanz.
  • Wenn Sie als Erster reagieren, machen Sie andere auf das Geschehen aufmerksam. Beispiel: „Haben Sie auch gesehen, wie der junge Mann geschlagen wurde?“ Einer direkten Ansprache kann sich niemand entziehen. „Sie im roten Hemd – helfen Sie mir bitte.“ Appellieren Sie laut und deutlich an umstehende Personen. „Sie, die Dame mit dem Einkaufskorb: Holen Sie bitte die Polizei.“
  • Wenn schon jemand hilft, bieten Sie Unterstützung an. Signalisieren Sie dem Täter, dass der Helfer nicht allein ist und stärken Sie den Ersthelfer. Stellen Sie sich demonstrativ hinter den Helfer. Fragen Sie laut und deutlich: „Wie kann ich helfen?“
  • Fordern Sie andere zur Unterstützung auf. Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung. Das Opfer ist auf Ihre Zeugenaussage angewiesen. Sorgen Sie mit dafür, dass Straftaten aufgeklärt werden können. Kümmern Sie sich um die Opfer. Leisten Sie Hilfe und helfen Sie auch durch Zuspruch.
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Messersteicherei

Der Gesundheitszustand der beiden Männer, die am Sonnabend bei einer Messerstecherei verletzt worden sind, ist stabil. Jasmin Kaatz von der Polizei: „Die couragierten Helfer aus dem Kreis Plön und dem Raum Dassel hatten großes Glück.“ Die beiden Männer wurden gestern von der Intensivstation auf andere Stationen verlegt.

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