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Organ-Skandal: Patienten und fünf Ärzte unter Verdacht

Bis zu 20 Beschuldigte Organ-Skandal: Patienten und fünf Ärzte unter Verdacht

Frühestens Anfang bis Mitte Mai wird es eine Entscheidung geben, ob der Hauptverdächtige im Göttinger Transplantationsskandal, der Medizin-Professor Aiman O., des versuchten Totschlags angeklagt wird oder nicht. Als weitere Beschuldigte gelten mehrere Patienten, die von O. eine neue Leber verpflanzt bekamen und Nutznießer der Manipulationen waren.

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Uni-Klinikum nach dem Transplantationsskandal: Bis zu zehn Beschuldigte aus der Universitätsmedizin Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die Behauptung eines Nachrichtenmagazins und folgende Agenturmeldungen in der vergangenen Woche, das Verfahren stehe „kurz vor der Anklage“, bezeichnete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Dienstag als „Falschmeldung“.

Richtig ist jedoch, dass gegen den in Untersuchungshaft sitzenden 45-jährigen Mediziner vorab verhandelt werden soll, sollte er angeklagt werden. Weitere Verdachtsfälle aus seiner Zeit am Klinikum Regensburg würden hier nicht mit einbezogen. O. befindet sich seit 8. Januar in Haft. Der Prozess müsste spätestens am 8. Juli beginnen. Für das Landgericht Göttingen wird folglich die Zeit knapp, eine eventuelle Anklage zu prüfen und zuzulassen.

Bis zu 20 Beschuldigte

Konkretisiert hat sich inzwischen die Zahl der Beschuldigten. Dies seien „bis zu 20 Personen“, so Klaus Ziehe, Sprecher der ermittelnden Braunschweiger Staatsanwaltschaft. In der Vergangenheit waren Zahlen von 23 bis 25 genannt worden, wobei offenbar auch Zeugen, die nicht verdächtigt werden, mitgezählt wurden. Es seien unter den Beschuldigten „weniger als zehn Klinikmitarbeiter, darunter bis zu fünf Ärzte“, so Ziehe.

Dem Tageblatt sind acht Mitarbeiter der Universitätsmedizin Göttingen bekannt, die sich anwaltlich vertreten lassen. Neben den Medizinern sind dies auch Operationssaal-Personal und technische Mitarbeiter, die von den Manipulationen O.s gewusst und nichts unternommen haben sollen oder ihm möglicherweise Beihilfe leisteten.

Tod anderer Patienten in Kauf genommen

O. steht im Verdacht, in bis zu 25 Fällen die an Eurotransplant gemeldeten Blutwerte seiner auf eine Lebertransplantation wartenden Patienten manipuliert und damit den Tod anderer Patienten in Kauf genommen zu haben. Das sei nach bisherigen Erkenntnissen nur mit internen Helfern und Mitwissern möglich gewesen. Unter anderem wird weiter auch gegen den früheren und seit Juli 2012 freigestellten Abteilungsdirektor der Gastroenterologie ermittelt.

Als weitere Beschuldigte gelten mehrere Patienten, die von O. eine neue Leber verpflanzt bekamen und die Nutznießer der Manipulationen waren. Darunter befinden sich ein russischer Patienten, der in Verdacht geraten war, für eine schnelle Lebertransplantation in Göttingen Schmiergeld gezahlt zu haben, sowie zwei Mitarbeiter einer medizinischen Service-Firma aus Nordrhein-Westfalen, die diese Transplantation vermittelt hatten. In diesem Fall, so Ziehe, sei bisher aber kein Geldfluss nachgewiesen worden.

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