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Organspendeskandal: Tötungsvorwurf gegen Mediziner "Unfug"

Haftbefehl Organspendeskandal: Tötungsvorwurf gegen Mediziner "Unfug"

Der Anwalt des in Untersuchungshaft genommenen Göttinger Transplantationsarztes hat den Tötungsvorwurf gegen seinen Mandanten zurückgewiesen und Beschwerde gegen den Haftbefehl eingelegt. Dem Arzt einen bedingten Tötungsvorsatz vorzuhalten, sei "Unfug", sagte Prof. Steffen Stern der Nachrichtenagentur dpa am Montag.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Es gebe zudem nicht den geringsten Anlass, Fluchtgefahr zu unterstellen, wie es die Staatsanwaltschaft tue. "Gelegenheit zur Flucht hätte er reichlich gehabt. Er hat aber immer erklärt, er werde sich dem Verfahren stellen." Der Haftbefehl sei jedenfalls völlig unbegründet. "Man will an meinem Mandanten ein Exempel statuieren", sagte Stern.

Inhaltlich wollte er sich zu den Vorwürfen nicht näher äußern, weil er noch kein Akteneinsicht gehabt habe. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem früheren leitenden Transplantationsmediziner der Göttinger Unimedizin Körperverletzung mit Todesfolge in einem Fall und versuchten Totschlag in neun Fällen vor.

Er soll mit Vorsatz falsche Gesundheitsdaten von Patienten an Eurotransplant gemeldet, wodurch sie auf der Warteliste für Spenderlebern nach oben gerutscht seien. Andere Schwerstkranke hätten keine Spenderlebern bekommen und seien deshalb möglicherweise gestorben. Im Göttinger Organspende-Skandal gibt es möglicherweise mehr Fälle als bislang angenommen.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft hatte am Sonntag einen Bericht des Magazins "Der Spiegel" bestätigt, wonach es bei rund 60 Transplantationen Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll. Die Behörde ermittelt derzeit offiziell in elf Fällen.

dpa

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Staatsanwalt prüft

Im Göttinger Organspende-Skandal gibt es möglicherweise mehr Fälle als bisher angenommen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte am Sonntag einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“, wonach es bei rund 60 Transplantationen Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll.

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