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Rat der Stadt Göttingen pocht weiter auf Erdkabel

Fraktionen gegen Freileitung bei Elliehausen Rat der Stadt Göttingen pocht weiter auf Erdkabel

Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) hatte erst kürzlich per Brief und Presseerklärung vorgelegt, jetzt ziehen die Ratspolitiker der Stadt – fast geschlossen – nach: Unmissverständlich fordern sie das Unternehmen Tennet auf, die neue 380-KV-Höchstspannungsleitung auf Stadtgebiet komplett unterirdisch zu verlegen.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen/Groß Ellerhausen. Und der Ton im gemeinsamen Antrag aller Ratsfraktion macht deutlich: Die Politiker sind verärgert über den Kurs des niederländischen Netzbetreibers, der dafür sorgen soll, dass regenerativer Strom aus den großen Küsten-Windparks nach Süddeutschland geleitet werden kann.

Schon 2010 hatte der Rat zweimal per Beschluss eine sogenannte Erdverkabelung gefordert und Tennet hatte zunächst eingelenkt. Nach Protesten in Elliehausen gegen diese Variante plant das Unternehmen jetzt wieder mit einer Freileitung inklusive Übergabestationen im nördlichen Bereich der Stadt. Bei Elliehausen soll es demnach neue Masten und gespannte Leitungen geben.

„Tennet ignoriert den einstimmig verabschiedeten Willen des Rates und weiterer zulässiger Gremien“, protestierte Christian Henze (SPD) während der jüngsten Ratssitzung im Namen aller Fraktionen. Dass die Firma die Position der Stadt in Gesprächsrunden mit Bürgern dann auch noch als bloße Stellungnahme abzuwerten versuche, sei inakzeptabel.

Medizinische Begleitung gefordert

Henze: „Unsere Forderung lässt sich auf einen Satz reduzieren: Auf dem gesamten Stadtgebiet ist die Erdverkabelung anzuwenden.“ Gegen die Stimme des CDU-Mitgliedes Hans-Otto Arnold stimmte der Rat schließlich ohne weitere Diskussion dem interfraktionellen Antrag zu.

Unterdessen fordert der Ortsrat der drei Göttinger Süd-Westdörfer eine medizinische Begleitung des geplanten 380-KV-Erdstromkabels. Darauf einigten sich die Ortspolitiker aus Groß Ellershausen, Hetjershausen und Knutbühren während ihrer jüngsten Sitzung.

„Die Verwaltung muss dafür sorgen, dass die Firma Tennet die Immissionswerte vor und nach dem Bau misst und veröffentlicht“, sagte Heidrun von der Heide (SPD). Außerdem müsse der Verlauf der Erdkabeltrasse genau gekennzeichnet werden.

Auch Ortsbürgermeister Walter Rakebrandt (SPD) betonte, dass das Pilotprojekt zum vorbeugenden Gesundheitsschutz der Einwohner medizinisch begleitet werden müsse. „Die Stadt sollte neben der Universität Hannover auch die Universität Göttingen einbeziehen“, so Rakebrandt.

Leitungstrasse von Nord- nach Süddeutschland

Neben der neuen 380-KV-Leitung beschäftigt auch eine weitere neue Stromautobahn den Ortsrat. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass eine weitere und noch leistungsfähigere Leitungstrasse von Nord- nach Süddeutschland gebaut werden soll.

Sie soll „SuedLink“ heißen und ebenfalls Windstrom von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern transportieren, wo in den kommenden Jahren mehrere Atomkraftwerke vom Netz gehen.

„Sollte das Leinetal davon betroffen sein, muss Tennet die Stadt umgehend informieren“, so von der Heide. In jüngsten Gesprächen habe das Unternehmen angedeutet, dass diese Region von einer der vier Trassen betroffen sein werde.

CDU-Ortsratsmitglied Michael Kupke stellte heraus, dass diese Stromautobahn ohne eine aktive Bürgerinitiative „auf jeden Fall“ durch die Stadt verlaufen würde. Durch ihr Engagement werde „auf jeden Fall besser geplant“.

Von Sebastian von Hacht
und Ulrich Schubert

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Keine Hochspannungsleitungen
Lieber unten als oben: Die Stadt Göttingen beharrt auf ihrer Forderung zu Verlegung von Erdkabeln.

Die Stadt Göttingen bleibt bei ihrer klaren Forderung nach einer Erdverkabelung.

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