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Politik kritisiert Verkaufsexposé

Fridtjof-Nansen-Haus in Göttingen Politik kritisiert Verkaufsexposé

CDU und SPD haben das von der Verwaltung vorgelegte Exposé für das zum Verkauf stehende Fridtjof-Nansen-Haus in Göttingen kritisiert. Die Nutzungsmöglichkeiten seien darin zu eingeschränkt und die Gewichtung der beiden Kriterien für einen Kaufzuschlag im Bieterverfahren zu unklar.

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Steht zum Verkauf: das Fridtjof-Nansen-Haus.

Quelle: Heller

Göttingen. Ein „Abwehrkonzept“ für einen Verkauf nannte der CDU-Ratsherr Olaf Feuerstein das von der Verwaltung vorgelegte Exposé. „Will die Stadt Göttingen das Haus überhaupt verkaufen?“ dränge sich ihm als Frage auf. „Gibt es gar schon einen Interessenten, auf den das Exposé angepasst worden ist?“, fragte Feuerstein. Ulrich Holefleisch (Grüne) pflichtete bei. „Jegliche Fantasie eines Interessenten wird so abgeblockt.“

Wegen „der baurechtlich bedingten, eingeschränkten Nutzbarkeit“ empfiehlt die Verwaltung in dem Exposé „eine fortführende Nutzung im Bereich der Seminar- und Tagungsdienstleistung mit Übernachtungsmöglichkeit“. Feuerstein hält den Standort Merkelstraße im Ostviertel für ein solches Tagungszentrum für ungeeignet und verweist unter anderem auf ein zu erwartendes erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Dienberg: „Die ehrliche Verkaufsabsicht ist da.

Stadtbaurat Thomas Dienberg legte die Verwaltungslinie dar: „Das ist kein Abwehrkonzept. Die ehrliche Verkaufsabsicht ist da.“ Als Nutzung gebe es in dem vorgegebenen Rahmen ein „breites Spektrum“. Für weitergehende Nutzungsmöglichkeiten müsste aber der bestehende Bebauungsplan geändert werden, erläuterte Dienberg. Mindestens 6,2 Millionen Euro will die Stadt für Gebäude und Grundstück haben.

Sylvia Binkenstein, baupolitische Sprecherin der SPD, kritisierte, dass das Exposé keine Gewichtung der beiden Verkaufskriterien vornimmt. Die Stadtverwaltung hatte die Höhe des gebotenen Kaufpreises und die eingereichten Nutzungskonzepte als Bewertungskriterien für die im geplanten Bieterverfahren eingereichten Angebote vorgeschlagen. „Die Verwaltung muss einen Bewertungsschlüssel vorlegen“, forderte Binkenstein. Stehe dieser nicht fest, berge das Verfahren die Gefahr „einer investorengesteuerten Ausschreibung“, bei der der gebotene Kaufpreis das wichtigste Argument sei.

„Umstritten“ und vom Ergebnis „unbefriedigend“

Gerd Nier von den Linken, die einen Verkauf des Gebäudes ablehnen, erinnerte an das Punktesystem beim Bieterverfahren für die ehemalige Voigtschule. Das sei von Anfang an „umstritten“ und vom Ergebnis „unbefriedigend“ gewesen.

Feuerstein brachte als Alternative zu einem Verkauf der Ostviertel-Villa mit dem knapp 6200 Quadratmeter großen Grundstück einen Tausch mit einem Gebäude der Universität ins Spiel. „Zurzeit hat die Universität keine Pläne im Hinblick auf das Fridtjof-Nansen-Haus, eine offizielle Anfrage der Stadt würden wir aber prüfen“, sagt Unisprecher Romas Bielke.

Bis zur Bauausschusssitzung am 19. Oktober soll die Verwaltung nun die Anregungen in das Exposé aufnehmen.

Von Michael Brakemeier

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