Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Gewitter

Navigation:
Polizei Göttingen: Geisterräder als Mahnmale für Tote

Unfallschwerpunkte Polizei Göttingen: Geisterräder als Mahnmale für Tote

Ein Kreuz dominiert den laminierten Bogen. „20 Jahre, männlich“ steht daneben, als Todesdatum der 22. Juli 2012. Der Bogen hängt an einem weiß-lackierten Fahrrad. Am Groner Tor soll dieses sogenannte Geisterrad aufgestellt werden und an den Unfall vor knapp einem Jahr erinnern.

Voriger Artikel
120 Studentenwohnungen in Göttingen-Weende an B 27 geplant
Nächster Artikel
Landolfshausen saniert Dorfgemeinschaftshaus

Mit Geisterrad: Gerd Hujahn, Andreas Schmidt (Stadtordnungsdienst), Dirk Schneider, Jörg Arnecke und Torsten Moschkau (von links).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Außerdem will die Göttinger Polizei damit auf den Gefahrenschwerpunkt  für Radfahrer hinweisen. Am Groner Tor, wo das Unglück passierte, soll das Mahnrad am nächsten Mittwoch aufgestellt werden.

Die Idee stammt aus Amerika, aus St. Louis/Missouri. Dort wurde das erste „Ghostbike“ (englisch für Geisterrad) vor zehn Jahren an einem Unglücksort aufgestellt. Die Idee, solche Gedenkstätten einzurichten, hat sich seither in der Welt verbreitet.

In mehr als 30 Städten in vielen Ländern – Australien, Kanada, Ungarn und mehr – gibt es inzwischen Geisterräder. In Deutschland stehen Mahnräder bislang in Berlin, Köln und in Rosenheim.

Sinnvoll, ein Zeichen zu setzen

Dass die gespenstischen Räder auch nach Göttingen kommen, hat der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen, Jörg Arnecke, erreicht. Neun tödliche Fahrradunfälle sind seit 2002 in der Universitätsstadt passiert.

Neun Mahnräder sollen an den Unfallorten aufgestellt werden, das erste am Gefahrenpunkt Groner Tor. Die Räder werden zwar gegen Diebstahl gesichert, die Polizei appelliert aber auch an das Gewissen der Bürger.

Dass es sinnvoll ist, ein Zeichen zu setzen, belegen die Zahlen der Verkehrsunfälle in Göttingen, bei denen Radfahrer beteiligt waren. Im vergangenen Jahr wurden 223 Radfahrer bei Unfällen verletzt.

Davon kamen 184 mit leichten Verletzungen davon, 38 wurden schwer verletzt und einer – am Groner Tor – getötet. 2010 weist bei 165 Unfällen mit Radlern sogar zwei Fälle mit tödlichem Ausgang auf. In diesem Jahr hat sich im Januar bereits ein Unfall mit Todesfolge ereignet.

Rote Räder für Gefahrenpunkte

„Wir wollen weniger Verletzte und Getötete haben“, sagt der Leiter Einsatz, Polizeidirektor Gerd Hujahn. Die Geisterräder sollen helfen, dieses Ziel in der Radfahrerstadt Göttingen zu erreichen.

Verkehrssicherheitsberater Arnecke denkt weiter. Mit signalrot lackierten Rädern will er auf Gefahrenpunkte hinweisen, an denen Radfahrer schwer verletzt wurden.

Doch nicht nur mit Mahnrädern operiert die Polizei. Mit dem Ordnungsamt der Stadt unternimmt sie schon lange Fahrradkontrollen, sowohl präventiv mit Gesprächen über das Fehlverhalten des Radlers als auch repressiv mit Bußgeldern.

Immer wieder müssen die Kontrolleure daran erinnern, dass es sicherer ist, einen Helm zu tragen. Radfahrer kontrollieren sie auch nach der Aufstellung des Mahnrads am Groner Tor am Mittwoch, 22. Mai, um „fünf vor zwölf“ (11.55 Uhr).

Von Ute Lawrenz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt