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Polizei erwischt 35 Raser

Tempokontrolle Polizei erwischt 35 Raser

Händeringend steht der junge Mann neben seinem silberfarbenen Ford Mondeo. Es fließen sogar Tränen. Soeben hat ihm die Polizei eröffnet, dass sie sein Navigationsgerät als Sicherheit einziehen will.

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Kurz justieren, dann geht die Messung vollautomatisch los: Thomas Breitling mit dem „Leivtec XV3“.

Quelle: Hinzmann

Dramfeld. Der Pole, der soeben mit 91 Sachen in der Auffahrt der A 38 auf die A 7 geblitzt und aus dem Verkehr gefischt wurde, hat kein Geld dabei. Ohne Navi, fleht er den Beamten an, finde er nicht den Weg zurück nach Polen.

Mit einer neuen mobilen Technik rückt die Göttinger Polizei Rasern auf den Leib. Das Blitzgerät „Leiftec XV 3“ kam Mittwochmorgen in der Auffahrt der A 38 auf die A 7 Richtung Süden zum Einsatz.

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Auch die Beifahrerin des Mercedes-Fahrers, der gerade von der Polizei auf den Behelfs-Parkplatz kurz nach der Auffahrt der A 7 gelotst wurde, verbirgt ihr Gesicht in ihren Händen. Dabei blühen ihrem Ehemann nur 30 Euro Bußgeld. Sonst passiert dem Raser im gesetzten Alter nichts: Er hatte in der Kurve, in der aus gutem Grund maximal Tempo 60 erlaubt ist, nur ein paar Kilometer zu viel drauf. Wie so viele andere an diesem Mittwochvormittag.

44 Stundenkilometer zu schnell

34 Autos und ein Motorrad verfingen sich bei dieser landesweiten Kontrolle im Radarstrahl der Göttinger Polizei. Der Spitzenreiter, ein Audi-Fahrer aus dem Landkreis Kassel, wird mit 104 Stundenkilometern gemessen – also 44 Stundenkilometer zu schnell. Den Mann erwartet jetzt ein Bußgeld in Höhe von 160 Euro plus Verwaltungsgebühr plus drei Punkte und ein Monat Fahrverbot. 

Zum Einsatz kommt ein neues High-Tech-Gerät: das „Leivtec XV3“. Mit der Lasertechnik können die Beamten nun auch Fahrzeuge in Kurven messen, was mit den alten Geräten nicht möglich war. Tempotreue Fahrer wie auch Raser sind in Echtzeit auf dem Bildschirm zu sehen, die Bilder werden abgespeichert. Damit arbeitet das Gerät beweisfest, niemand kann sich mehr herausreden.

Viele in der Polizeibilanz gar nicht aufgeführte Autofahrer haben ihr Glück der Gnade der Polizei zu verdanken: Das Gerät war gestern so eingestellt, dass es nur bei mindestens 16 Stundenkilometern zu viel anschlug. Holger Will: „Wir wollen hier nicht Geld für den Landkreis machen. Die Kurve ist ein Unfallschwerpunkt. Es kracht immer wieder – obwohl vorher drei Temposchilder, ein Warnschild und ein Hinweis auf Radarkontrollen stehen.“ Je schneller die Fahrer, desto folgenreicher die Unfälle, sagt auch Thomas Rath. Angesichts wieder steigender Unfallzahlen, erklärt der  Leiter der Göttinger Polizeiinspektion, gehe es nicht ohne repressive Verkehrsüberwachung.

Abenteuerliche Manöver

Will und seine Kollegin, Polizeisprecherin Jasmin Kaatz, können von abenteuerlichen Manövern erzählen. So von dem schweren Lastwagen, der die sich gefährlich verengende Kurve mit (messtoleranzbereinigten) 96 Sachen nahm. Der Fahrer hatte Glück: Sein Fahrzeug flog nicht aus der Kurve.

Nach einer halben Stunde ist der dramatische Auftritt des jungen Polen auf dem Behelfsparkplatz zu Ende, auch die Tränen sind verschwunden. Völlig überraschenderweise hatte er in seinen Taschen doch noch 250 Zloty, gut 60 Euro, gefunden. Das reicht der in diesem Fall gnädigen Polizei als Sicherheitsleistung. Der Mann kann weiterfahren – ohne Geld, aber mit Navigationsgerät.

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