Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
„Es gibt keinen Plan B“

Die Göttinger Polizei über Proteste am 1. April „Es gibt keinen Plan B“

„Eine bewegte Demonstration des ‚Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen‘ ist in Göttingen nicht zu schützen. Es besteht erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit.“ Das betont Thomas Rath, Leiter der Polizeiinspektion. Ein fünfköpfiger „Vorbereitungsstab“ erarbeitet Strategien für den erwarteten Großeinsatz am Sonnabend.

Voriger Artikel
TV-Magazin über versuchte Vergewaltigung
Nächster Artikel
Alkoholtestkäufe mit gemischtem Ergebnis

Eine Polizeiabsperrung bei einer der früheren Kundgebungen

Quelle: Archiv

Göttingen. Erschwert werden die Vorbereitungen auf den Einsatz am Sonnabend, 1. April, durch eine noch ausstehende Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Die Stadt Göttingen hatte die „Freundeskreis“-Demo aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt und stattdessen nur eine stationäre Kundgebung am Bahnhof gestattet. Gegen diese Beschränkung geht der „Freundeskreis“ nun gerichtlich vor.

„Wir erwarten spätestens am Donnerstag eine Entscheidung. Sollten Jens Wilke und sein ‚Freundeskreis‘ unterliegen, gehen wir davon aus, dass sie sich an das Oberverwaltungsgericht wenden. Wir werden wohl erst am Freitagabend wissen, was uns am Sonnabend bevorsteht. Da ist höchste Flexibilität gefragt“, erklärt Polizeidirektor Rainer Nolte.

Aufeinandertreffen beider Seiten verhindern

Ein fünfköpfiger „Vorbereitungsstab“ unter Leitung von Nolte erarbeitet seit vier Wochen Strategien für den Großeinsatz, um Ausschreitungen zu vermeiden. Ihm gehören Beamte verschiedener Dienstzweige an, unter anderem auch zwei Beamte des Staatsschutzes. Die Einsatzleitung liegt in Händen von Rath.Es gilt, das Aufeinandertreffen gewaltbereiter Gegendemonstranten und „Freundeskreis“-Anhänger zu verhindern.

Sehr präsent sind noch die Erinnerungen an 2005, als bei einem Demonstrationszug der NPD durch Göttingen Barrikaden brannten und mehr als 70 Menschen verletzt wurden. „Wir können jedoch nur für einen Einsatz gegen eine stationäre Veranstaltung am Bahnhof und die sieben Gegenveranstaltungen des Bündnisses gegen Rechts planen. Es gibt keinen Plan B, wenn es anders kommt. Höchstens eine Version im Hinterkopf. Wir haben hier 2005 erlebt, was trotz 6000 Beamten passieren kann“, sagt Rath.

Fakt ist aber auch. „Das Innenministerium weiß, dass für Sonnabend sehr kurzfristig die Anforderung nach mehr Personal aus Göttingen kommen kann“, so Rath weiter.

Polizei und Gegendemonstranten im Gespräch

Dabei sucht die Polizei im Vorfeld das Gespräch mit den Gegendemonstranten. Am Mittwoch gibt es einen gemeinsamen Termin.„Wir sind neutral und objektiv. Das ist für einige Linke bereits ein Problem. Das Bündnis gegen Rechts ist keine homogene Gruppe. Wir müssen durchaus mit Gewalt-Tourismus rechnen. Viele neigen zu sozialem Ungehorsam, und die Gewaltbereiten verstecken sich oft gern in der Masse“, erklärt Nolte.

Aktuell wird davon ausgegangen, dass der „Freundeskreis“ etwa 150 Anhänger organisieren wird. Auf Seiten der Gegenkundgebungen wird mit etwa 1500 Teilnehmern gerechnet. Außer dem Bündnis gegen Rechts gehört unter anderem der DGB zu den Veranstaltern.

Bürgertelefon und Präsenz in sozialen Netzwerken
Vor Ort will die Polizei besonders auf die Arbeit von Konflikt-Managern setzen. „Wir werden unsere Maßnahmen bekannt machen und für Transparenz sorgen“, betont Rath. Ebenso werde wieder via Twitter und Facebook informiert. Über beide soziale Netzwerke steht Rath am Donnerstag auch persönlich zwischen 16 und 17 Uhr Rede und Antwort zum Einsatz.

Auch das Bürgertelefon wird reaktiviert. Ab 8 Uhr beantworten am Sonnabend zwei Beamte unter 0551/491 4000 Fragen.  

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 9. bis 15. Dezember 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt