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Potenzial zu einer „Deutschland Supergrabung“ in Nörten-Hardenberg

Schatz unter dem Stiftsplatz Potenzial zu einer „Deutschland Supergrabung“ in Nörten-Hardenberg

Der Stiftsplatz in Nörten-Hardenberg hat das Potenzial, zu einer von „Deutschlands Supergrabungen“ zu werden. So bewertet Konservator Stefan Amt von der baulichen Denkmalpflege im Bischöflichen Generalvikariat des Bistums Hildesheim die Lage. „Das bringt Öffentlichkeit“, erwartet er. Schon jetzt sei das Interesse groß. Findet man tatsächlich den vermuteten Kirchbau, ist er älter als der Dom in Hildesheim.

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Nörten-Hardenberg: Unter dem Stiftsplatz werden die Reste eines Kirchenbaus vermutet, der älter sein könnte als der Dom in Hildesheim.

Quelle: Vetter

Nörten-Hardenberg. „Was die Historie in der Erde vermuten lässt, das können wir nicht ignorieren“, sagte Astrid Klinkert-Kittel, Bürgermeisterin der Gemeinde. In den vergangenen Monaten habe der Flecken intensive Gespräche mit der kirchlichen wie der weltlichen Denkmalpflege geführt. Nur Probegrabungen könnten jetzt Aufschluss darüber geben, was am Stiftsplatz tatsächlich gewesen sei. So werde die geplante Umgestaltung im Rahmen der Altstadtsanierung verschoben, berichtete sie in der gemeinsamen Sitzung von Ortsrat Nörten und Sanierungsbeirat und zahlreichen Bürgern. „Die Hütte ist voll“, hatte sie angesichts des gut gefüllten Saals zu Beginn der Sitzung bemerkt. Viele Nörtener wollten wissen, welcher Schatz sich in ihrem Wohnort verbirgt.

Mögliche Fehler

„Warum hat man bei den Planungen nicht gleich die Denkmalpflege miteinbezogen“, fragte Anneli Rodemann-Sommer (CDU) aus dem Ortsrat. Ein Teil der Pläne sei jetzt Makulatur, man hätte sie sich vielleicht ersparen können. 2001 und 2008 sei bei der Denkmalpflege nachgefragt worden, hieß es aus der Verwaltung. Konservator Amt räumte mögliche Fehler im Bistum Hildesheim ein. Erst im Sommer 2012 sei man dort über die Pläne informiert worden.

Für die Probegrabungen auf dem Stiftsplatz werde derzeit an eine Zusammenarbeit mit der Universität gedacht. Allerdings sehen Amt wie Klinkert-Kittel die Gefahr, dass dann die Zeit davon läuft. Spätestens 2014 laufe die Förderung im Rahmen der Stadtsanierung aus, erwartet Klinkert-Kittel. Auch für die archäologischen Untersuchungen hofft sie auf Fördertöpfe. Denn „wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“, antwortete sie Inge Rauschning (CDU) vom Ortsrat auf die Frage, wer für die Kosten aufkomme.

Unterlagen aus Landesarchiv

Dass etwas südlich der heutigen Kirche Fundamente eines früheren Kirchbaus – dem ersten von dreien – in der Erde ruhen, darauf weisen viele Zeichen. Im Niedersächsischen Landesarchiv in Hannover hat Stefan Amt entsprechende Unterlagen gefunden. Für verlässlich hält er einen Plan aus dem Grundsteuerkataster von 1871.

„Man kann heute in den Boden gucken, ohne einen Spaten anzufassen“, beschrieb der Konservator in der Sitzung und zeigte das Fahrtraster der georadiologischen Untersuchung: Mitte Januar wurde sie auf dem Stiftsplatz durchgeführt. Verfärbungen lassen Funde erahnen, jetzt sind Probegrabungen angesagt. Für mehr Sensibilität für das Thema plädierte ein Zuhörer. Immerhin gebe die Situation am Stiftsplatz die Chance für mehr Identifikation mit Nörten.

Von Ute Lawrenz

Stiftsplatz: Lageplan von heute (schwarz-weiß) und Katasterauszug aus dem Jahr 1871 (braun). © EF

Quelle:
   
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Sanierung verschoben
Schatzort: Stiftsplatz in Nörten.

Reste der ältesten Kirchen in ganz Norddeutschland werden nach wie vor im Bereich des Stiftsplatzes in Nörten vermutet. Die georadiologischen Untersuchungen sind jetzt ausgewertet. Es seien „großangelegte Strukturen“ erkennbar, berichtet Nörtens Bürgermeisterin Astrid Klinkert-Kittel (parteilos).

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