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Projekt „Soziale Weststadt“ kann beginnen

4,6 Millionen Euro Projekt „Soziale Weststadt“ kann beginnen

Teile der Göttinger Weststadt im sogenannten Blümchenviertel sind in das Förderprogramm für „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf – die soziale Stadt“ aufgenommen. Fünf Jahre hat die Stadt darum gekämpft. In den kommenden Jahren soll die Wohnqualität hier gemeinsam mit den Bürgern verbessert werden. Dafür stehen 4,6 Millionen Euro zur Verfügung.

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Bedrückender Leerstand: die verwaiste Ladenzeile in der Pfalz-Grona-Breite.

Quelle: Heller

Alte Bausubstanz, vielfältige Kulturen, Armut und andere Faktoren haben die Lebens- und Wohnqualität des Quartiers zunehmend negativ belastet – es gilt als Problemviertel. Modernere Wohnungszuschnitte, kleine Gärten für Mieter, attraktive Spielplätze, Raum für Begegnungen – das sind einige Ideen, wie die Weststadt wieder aufgewertet werden könnte. Alleine kann die Stadt das aber nicht leisten. Darum hat sie sich seit fünf Jahren immer wieder um Aufnahme in das Bund-Länder-Programm zur sozialen Stadterneuerung beworben. „Endlich“ sei das geglückt, teilten gestern Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck und Stadtbaurat Thomas Dienberg mit. Mit einer Bürgerversammlung am 25. Januar soll die Erneuerung der Weststadt beginnen.
Das Sanierungsgebiet fällt auf Druck des Landes Niedersachsen allerdings kleiner aus als zunächst geplant: Es umfasst jetzt den Bereich zwischen Asternweg, Hagenweg und Leineaue inklusive Hagenweg 20, Musa, Atelierhaus sowie den Westabschnitt des Maschmühlenweges mit Jugendzentrum und den Wohnblöcken am Knick nahe der Bahntrasse. Ausgenommen sind zwei Reihenhaus-Bereiche mitten im Blümchenviertel.
Begleitende Projekte
Für das Projekt stehen 4,6 Millionen Euro zur Verfügung, jeweils zu einem Drittel von Bund, Land und Stadt getragen. Dieses Geld sei allein für bauliche Investitionen vorgesehen, so Dienberg. Hinzu kämen begleitende Sozialprojekte, die aus anderen Töpfen finanziert werden. Die Leitidee: Durch viele Einzelmaßnahmen soll das Gebiet umgestaltet werden – immer in enger Abstimmung mit den Wohnungsgesellschaften, anderen Hauseigentümern und Bürgern. Das heißt auch: Investieren die Hausbesitzer über Erhaltungsarbeiten hinaus, bekommen sie Zuschüsse. Die Stadt hat das Projekt in fünf Handlungsfelder unterteilt:
• Wohnen: Hier könnte die Wohnqualität durch andere Grundrisse, behindertengerechte Zugänge, neue Balkone, Mietergärten und energetische Sanierung verbessert werden.
• Wohnumfeld und Verkehr: Freiflächen, Spielplätze und die Leineaue als Erholungsbereich sollen attraktiver werden, mehr Parkplätze und schönere Fußwege sollen die Straßenräume entlasten.
• Wirtschaft, Arbeit: Besonders der Einzelhandel soll für eine bessere Nahversorgung gestärkt und die leerstehende Ladenzeile in der Pfalz-Grona-Breite reaktiviert werden.
• Soziale, kulturelle, Bildungs- und Freizeit-Infrastruktur: Ein Nachbarschaftszentrum bessere Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Beratungsangebote könnten das Miteinander fördern.
• Bürgermitwirkung: Im gesamten Sanierungsprojekt spielt die Bürgerbeteiligung eine große Rolle. Über ein offenes Stadtteilforum, daraus gewählte Vertreter für einen Unterausschuss des Stadtrates und ein Quartiersmanagement sollen die Anwohner direkt Einfluss nehmen.
Ziel des auf fünf bis sieben Jahre angelegten Projektes sei es auch, vorhandene Qualitäten „herauszuschälen“, betonte die Sozialdezernentin. Denn mit seinen Grünbereichen, seiner City-Nähe und seinem preiswerten Wohnangebot habe das Quartier auch etwas zu bieten. Mit dem Unterausschuss bekomme das zur Innenstadt gehörende Quartier zudem ein eigenes Sprachrohr Richtung Rat – ähnlich wie die Ortsräte in anderen Stadtteilen.

Von Ulrich Schubert

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