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Proteste im Ostviertel gegen Bauvorhaben der Göttinger Wohnungsgenossenschaft

Neubau Am Kreuze und Häuser-Abriss Proteste im Ostviertel gegen Bauvorhaben der Göttinger Wohnungsgenossenschaft

Im nördlichen Ostviertel regt sich Widerstand gegen Bauvorhaben der Göttinger Wohnungsgenossenschaft. Diese plant auf dem Eckgrundstück Am Kreuze / Tecklenburgstraße ein neues Wohnhaus mit Tiefgarage. Die sieben, genossenschaftseigenen Garagen sollen abgerissen werden, ein zweistöckiges Gebäude mit einem Staffelgeschoss entstehen.

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Pläne für Eckgrundstück Am Kreuze / Tecklenburgstraße: Hier soll der Neubau der Wohnungsgenossenschaft entstehen. Rechts hinten Klanks Grundstück.

Quelle: Heller

Göttingen. Acht Wohnungen, zwischen 65 und 85 Quadratmetern, sind geplant. Eine Bauvoranfrage hat die Bauverwaltung inzwischen positiv beschieden. „In Kürze“, erklärt Henning Schreiber, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft, werde der Bauantrag gestellt. Baubeginn soll im April oder Mai sein. Einen Bebauungsplan gibt es nicht, das Gebiet gilt als „Innenbereich“. Nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches ist dort „ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist“. Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssten gewahrt bleiben, das Ortsbild dürfe nicht beeinträchtigt werden.

Die Hausbesitzer Anna und Bernd Klank sind unmittelbare Nachbarn des Neubaus. Sie organisieren den Widerstand dagegen und haben Bedenken. Sie glauben nicht, dass der geplante „Klotz“ sich in das „gewachsene Bild des Viertels“ einfügt. „Die Identität des Quartieres würde verloren gehen“, argumentieren Klanks. Sie fürchten einen „erheblichen Wertverlust“ ihres und anderer Grundstücke und Häuser, die in dem Viertel nicht im Besitz der Wohnungsgenossenschaft sind. Durch den Wegfall von sieben Garagen würden noch mehr Autos auf den ohnehin zugeparkten und engen Straßen parken, mit dem Fall der alten Platane falle die „schöne Atmosphäre“.

Weiter fürchten Klanks, dass das Gebäude Nikolausberger Weg 120 und ihr Haus Am Kreuze 35 durch die geplante dichte Bebauung „ihre Besonnung und Belichtung“ verlieren. Anders als jetzt soll der Neubau, so bestätigt Schreiber bis drei Meter an die Grundstücksgrenzen gebaut werden. Als weiteres Argument führen Klanks den instabilen Baugrund an. Risse in den umliegenden Häusern und mit Stahlklammern umgürtete Kellergeschosse zeugen davon. Nachbarn berichten, dass sich bereits in den 60er-Jahren bei Probebohrungen herausgestellt hatte, dass die Häuser auf einer Faulschlammschicht gebaut wurden. Der Baugrund mit seinem Fließsand sei in der Tat „nicht optimal“, räumt Schreiber ein. Aber heute würde man das Fundament tiefer gründen, daher rechne er nicht mit Problemen.

Gegen diese Pläne haben Klanks inzwischen mehr als 70 Unterschriften von Anwohnern gesammelt, die ihre Bedenken teilen. Ein Brief mit Argumenten gegen das Vorhaben haben auch die Fraktionen im Rat bekommen.   Man nehme die Bedenken „sehr ernst“ und sei für „Wünsche und Anregungen“ offen, antwortete der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Peter Arndt. Aber: Es sei zu begrüßen, wenn innerstädtisch in Baulücken neuer Wohnraum entstehe. Die SPD könne sich daher nicht gegen eine Wohnbebauung wenden.

Auch gegen ein weiteres Projekt, das nach Schreibers Angaben, erst in drei oder vier Jahren ansteht, gibt es bereits Proteste. So plant die Wohnungsgenossenschaft, ihre Häuser 140, 142 und 144 im oberen Nikolausberger Weg abzureißen . Hier sollen stattdessen viergeschossige Wohngebäude ähnlich denen im Windausweg entstehen, erläutert Schreiber. Man wolle das derzeit „schwach genutzte Grundstück besser ausnutzen“. Statt jetzt zwölf Wohnungen soll es dort künftig 33 Wohnungen geben. „Gehobener Standard“, sagt Schreiber, für den auch mehr Miete pro Quadratmeter genommen werden soll. Die Nachfrage nach diesen Wohnungen sei immens.

Nach den Plänen der Wohnungsgenossenschaft sollen die derzeit rund 40 Mietern der drei Gebäude, darunter auch Familien mit mehreren Kindern, „umgesetzt“ werden. Man werde ihnen „passende Alternativen“ und einen „Rundum-Service“ anbieten. Die ursprünglichen Pläne, die Mieter in den geplanten Neubau Am Kreuze unterzubringen, haben sich, nach Schreibers Auskunft zerschlagen – die dort entstehenden Wohnungen sind zu klein. Die Anwohner in den drei betroffenen Häusern weigern sich, ihre Häuser zu verlassen. Von der Wohnungsgenossenschaft fordern sie nun zunächst einen Nachweis, warum eine Sanierung der bestehenden Häuser nicht wirtschaftlich ist. Ein Treffen ist für Ende Februar geplant.

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