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Prüfer nehmen Göttinger Asklepios-Kliniken unter die Lupe

Beschwerden über Missstände Prüfer nehmen Göttinger Asklepios-Kliniken unter die Lupe

Nach Bekanntwerden zahlreicher Vorwürfe über Missstände in den beiden Göttinger Asklepios-Kliniken hat die sogenannte Besuchskommission des niedersächsischen Psychiatrieausschusses den beiden Kliniken einen Besuch abgestattet. Über Ergebnisse des Prüfbesuches ist nichts bekannt.

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Im Visier der Prüfer des niedersächsischen Psychiatrieausschusses: die Göttinger Asklepios-Klinik am Rosdorfer Weg.

Quelle: dpa

Göttingen. In den vergangenen Monaten hatten Ärzte, Pfleger, andere Mitarbeiter und Patienten unter anderem Beschwerden über betriebsbeeinträchtigenden Personalmangel, Verschlechterungen bei den Therapieangeboten und mangelhaften Umgang mit Patienten geführt.

Drei Tage nach dem entsprechenden Bericht im Tageblatt erschien die für Südniedersachsen zuständige Besuchskommission in den Göttinger Asklepios-Kliniken. Der Leiter der Kommission, Prof. Jürgen Mauthe, bestätigte den Besuch, wollte aber zu den Ergebnissen keine Stellung nehmen.

Nach Informationen aus Gewerkschaftskreisen war der Anlass des Besuchs der Kommission die im Tageblatt geäußerten Vorwürfe gegen Auswirkungen der Asklepios-Unternehmensstrategie in den beiden Kliniken am Rosdorfer Weg und in Tiefenbrunn. Die Besuchskommission werde nun dem Ausschuss für Angelegenheiten der psychiatrischen Krankenversorgung – kurz Psychiatrieausschuss – Bericht erstatten, erklärte Mauthe.

Vor Personaleinschnitten gewarnt

Der Psychiatrieausschuss erstellt im Auftrag des Sozialministeriums jährlich Tätigkeitsberichte für ganz Niedersachsen, in die auch die Arbeitsergebnisse der sechs Besuchskommissionen einfließen.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Betriebsrat der Göttinger Asklepios-Kliniken bereits Mitte vergangenen Jahres ausdrücklich vor Personaleinschnitten gewarnt hat. Besonders im Pflegedienst habe es bei der Versorgung eine Unterbesetzung gegeben, setze man die Maßstäbe der Psychiatrie-Personalverordnung an.

In jeweils drei Stationen der beiden Kliniken sei der Pflegedienst im April 2012 nur etwa zur Hälfte des vorgeschriebenen Umfangs abgedeckt gewesen, listet eine vom Betriebsrat erstellte Statistik auf. Im Schnitt aller Stationen werde der Pflegedienst nur zu knapp 70 Prozent, der Sozialdienst zu etwa 80 Prozent besetzt.

Deutlich besser sehe es bei der medizinischen Versorgung durch Ärzte aus.

Besuchskommissionen

Die sechs mit medizinischen Fachleuten besetzten, ehrenamtlich und weisungsunabhängig tätigen Besuchskommissionen in Niedersachsen arbeiten dem Psychiatrieausschuss zu.

Der Ausschuss erteilt den Kommissionen laut Gesetz den Auftrag, die Betreuung und Behandlung von psychisch erkrankten oder behinderten Personen zu prüfen. Diese Besuche können planmäßig oder auch spontan und anlassbezogen stattfinden.

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Hier hängt der Haussegen ebenso schief wie in Tiefenbrunn: Asklepios-Klinik am Rosdorfer Weg.

Die Kritik an den Entwicklungen in den beiden Asklepios-Kliniken nimmt kein Ende. Neben anderen hat sich der ehemalige ärztliche Direktor der Klinik Tiefenbrunn, Prof. Ulrich Streeck, zu Wort gemeldet. „Nicht mehr die medizinische Versorgung hat Priorität“, kritisiert Streeck, „sondern die Ökonomie. Ihr ist die medizinische Versorgung abhängig nachgeordnet.“

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