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Psychiatriepatient sticht pensionierte Lehrerin von hinten nieder

Mordversuch im Mirabellenbusch Psychiatriepatient sticht pensionierte Lehrerin von hinten nieder

Weil er einer nichtsahnenden Pensionärin in der Feldmark von Geismar ein Messer in den Rücken gerammt hat, steht seit Dienstag, 1. März, ein 34 Jahre alter Psychiatriepatient aus dem Landeskrankenhaus Moringen vor dem Schwurgericht. Schüchtern, überaus leise und ratlos gegenüber der eigenen Tat legte er ein Geständnis ab.

Alles deutet auf dauerhafte Unterbringung hin, denn der des versuchten Mordes Angeklagte ist offensichtlich psychisch krank und weiterhin hoch gefährlich.

Es ging anfangs gar nicht um seine Probleme. Die Trennung eines Mitpatienten von seiner Freundin hatte ihn bewegt. „Ich hab mich halt so rein gesteigert“, sagt er. Dann seien uralte Geschichten aufgetaucht, teils belanglose Kleinigkeiten, die ihn so erregten, dass er sich das Leben nehmen wollte. Am 21. August 2010 stahl er in der Küche des Landeskrankenhauses in Moringen ein Steakmesser. Tags darauf fuhr er unter falschem Vorwand mit einer Mitarbeiterin der Gärtnerei nach Göttingen, wo das LKH das feste Haus betreibt. Dort behauptete er, auf Toilette zu müssen, ließ die Frau vorgehen, flüchtete Richtung Kiessee und irrte in der Feldmark südlich Geismar umher. Sein Plan: Er habe einen Platz gesucht, um sich umzubringen.

Doch es traf nicht ihn, sondern eine heute 71 Jahre alte pensionierte Lehrerin. Sie kam ihm östlich der Reinhäuser Landstraße mit einem Beutel Mirabellen entgegen. Wo sie die gepflückt habe, fragte er und bat, es ihm zu zeigen. Nichtsahnend ging die Frau mit dem schüchternen jungen Mann in ein Dickicht, um ihm den Mirabellenbusch zu zeigen. Als sie sich verabschiedete und ihm den Rücken zukehrte, sprang er ihr binnen Sekunden nach, drückte sie zu Boden und stieß ihr das Messer unterhalb der Schulter in den Rücken.
Weil die Frau sich geistesgegenwärtig erinnerte, dass man Angreifer mit Schreien in die Flucht schlagen soll, warf sie ihm an den Kopf, „was mir an schlimmen Wörtern so einfiel“. Der 34-Jährige floh auch sofort und stellte sich Stunden später in Rosdorf einem Polizisten.
Vergeblich versuchten Richter und Nebenklageanwalt gestern zu erfahren, was das Motiv für den Angriff war, was ihm durch den Kopf ging, als er zustach, ob er sexuell erregt war oder sich provoziert fühlte, als die Frau ging. Nur die Bilder seien plötzlich dagewesen, die eigentlich harmlosen Konflikte vom Vortag, in die er sich hineingesteigert hatte. Nach der Tat „war der Kopf plötzlich leer“.

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