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Eindeutiger von Weende nach Geismar

Radverkehrskonzept Eindeutiger von Weende nach Geismar

An der letzten öffentlichen Beteiligungsrunde für die Erarbeitung eines städtischen Radverkehrsentwicklungsplans haben am Sonnabend etwa 100 Bürger teilgenommen. Die Stadtverwaltung stellte dabei den derzeitigen Planungsstand des Konzepts vor.

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Radfahrer, Autos, Busse, Fußgänger: ein typischer Nutzungskonflikt, wie hier in der Jüdenstraße.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Das Radverkehrskonzept soll die Weichen für die kommenden zehn bis 15 Jahre stellen. Es ist Teil des Klimaplans Verkehrsentwicklung für den gleichen Zeitraum. Die Ausgangslage sei gar nicht schlecht, führte die Verwaltung aus: Im vergangenen Jahr betrug der Fahrradanteil am gesamten Verkehrsaufkommen 28 Prozent. Und beim Fahrradklimatest des Radfahrer-Interessenverbands ADFC belegte die Stadt Göttingen zuletzt die Spitzenposition von 38 Städten im gesamten Bundesgebiet.

Radverkehr am Stadtkern vorbeiführen

Dennoch gebe es klare Schwachstellen, an deren Behebung gearbeitet werden müsse. Dazu gehört die Fahrrad-Infrastruktur an der Bahnhofs-Westseite. Während es auf der Ostseite gute und ausreichende Angebote gebe, gebe es auf der anderen Seite der Gleise Defizite. Dort sei eine Sammelschließanlage oder ein automatisiertes Radparkhaus mit einer 24-Stunden-Zugangsmöglichkeit denkbar und wünschenswert.

Eine viel geäußerte Kritik am Göttinger Radwegenetz: die schlechte und uneindeutige Verbindung von Weende nach Geismar. Hier schlug die Verwaltung Verbesserungen und eine Route vor, die den Radverkehr östlich des Stadtkerns vorbeiführt. Doch auch hier, beispielsweise auf dem Friedländer Weg, gebe es viele Nutzungskonflikte zwischen Radfahrern und motorisierten Verkehrsteilnehmern, die nur durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen zu entschärfen und zu beheben seien. Probleme bereite vor allem die Verkehrsführung am Hiroshimaplatz vor dem Neuen Rathaus.

Radfahr-Bedarf gebe es unter anderem an der Kasseler Landstraße in Richtung Westen. Hier sei der Radweg in einem desolaten Zustand. Weil die Verbindung von Grone in die Innenstadt gut nachgefragt werde, könnten Verbesserungen an dieser Stelle den Radverkehrsanteil deutlich heben.

Gleiches Vorgehen wie 2016

Eine eigentlich gute Verbindung für Radfahrer stelle auch die vergleichsweise neue Straße am Güterverkehrszentrum Richtung Grone dar. Das Problem: Viele Autofahrer sind hier zu schnell. Der Vorschlag: Tempo-50-Schilder aufstellen. An der Groner und der Kasseler Landstraße war die Stadt allerdings mit einem derartigen Ansinnen gescheitert, weil Tempo 50 die Regelgeschwindigkeit innerorts ist und deshalb keine solchen Schilder aufgestellt werden dürften, so das Argument, nachdem dort die Höchstgeschwindigkeit von 60 auf 50 Stundenkilometer gesenkt wurde.

Ein erstes Bürgerforum zum Radverkehrsentwicklungsplan hatte es bereits im Mai 2016 gegeben. Danach gab es eine zweiwöchige Online-Befragung. Ein projektbegleitender Arbeitskreis hatte die gesammelten Inhalte bewertet und sämtliche Vorschläge zum Radverkehrs-Konzept in acht Sitzungen beraten und in die Weiterentwicklung des Konzepts einfließen lassen. Mit der Auswertung der Bürgerrunde am Sonnabend soll in gleicher Weise verfahren werden. Für das laufende Jahr, erklärte Stadtbaurat Thomas Dienberg, gebe die Stadt für die Erstellung des Radverkehrskonzept 50 000 Euro aus. „Dafür“, meinte Dienberg, „bekommt man noch nicht einmal einen Kilometer Radschnellweg.“

Von Matthias Heinzel

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