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Rathaus-Randale endet in Klinik

Prozess Rathaus-Randale endet in Klinik

Der Angeklagte sei, so sagt der erfahrene Polizist im Zeugenstand, ein Mann „mit eigenen Gesetzen – der Typ, der seine Regeln aufstellt, und andere sollen sich daran halten“. Diese Einstellung hat den 40-Jährigen vor Gericht gebracht. Eine ganze Latte von Vorwürfen wird ihm gemacht: Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte, Nötigung, Beleidigung, Bedrohung. Weil er dabei nicht immer zurechnungsfähig gewesen sein soll, droht ihm die dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie.

Erweisen sich die vielen Vorwürfe als wahr, hatten vor allem die Mitarbeiter des Sozialamtes, seine Mitbewohner und Polizisten unter dem fast zwei Meter großen, kräftigen Angeklagten zu leiden. So am 22. März 2010 im Neuen Rathaus. Weil er seinem Ärger über eine Leistungsverweigerung freien Lauf gelassen hatte, war vom Fachdienst Soziales die Polizei gerufen worden. Der Mann erhielt Hausverbot. Wenig später kam der nächste Notruf aus dem Rathaus. Wieder randalierte und drohte der 40-Jährige. Das Hausverbot hatte er einfach ignoriert. Ein altgedienter Beamter und eine junge Polizistin stellten ihn vor der Behörde zur Rede. „Das hat er vollkommen ignoriert und gesagt, ‚ich mach, was ich will‘.“ Als der Polizist ihn anfasste, schlug er sofort zu. Erst zwei weitere Streifenwagenbesatzungen überwältigten ihn. Später randalierte er im Polizeigewahrsam.

Der Zeuge bringt es im Gericht auf den Punkt: „Ich bin kein Arzt, aber ich mache den Job seit 35 Jahren. Wer so ausrastet, dem kann man mit polizeilichen Maßnahmen nicht mehr kommen. Da muss ein Facharzt draufgucken.“

Das ist geschehen. Auch wegen der anderen Vorwürfe, die der Angeklagte allesamt bestreitet. So soll er Mitbewohner bedroht und genötigt, in zwei Fällen sie auch angegriffen und durch Faustschläge verletzt haben. Jedes mal ging es um zu laute Musik aus den Wohnungen der anderen, über die er sich erregte.

Seine eigene Musik konnte ihm nicht laut genug sein. Als er in einem Fall die gesamte Wohnanlage mit 78 winzigen Buden beschallte und die Polizei gerufen wurde, drehte er die Musik noch lauter, als die Beamten an die Tür klopften. Schließlich musste die Feuerwehr die Tür aufbrechen. Vier Männer des Einsatzkommandos überwältigten den „drohend zum Kampf bereiten“ (der Zeuge) Ruhestörer bei heftiger Gegenwehr.
Weil der Angeklagte wohl auch weiterhin für die Allgemeinheit gefährlich sein dürfte, strebt die Staatsanwaltschaft seine dauerhafte Unterbringung an.

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