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Raus aus der Robe, ran an die Regler

Profs@turntables Raus aus der Robe, ran an die Regler

Raus aus der Robe, dem Kittel oder dem Anzug: In manchem Wissenschaftler steckt ein Entertainer – oder ein alter Rocker. Donnerstag Abend standen 19 Professoren in sechs Göttinger Clubs am Plattenteller: Profs@turntables für einen guten Zweck.

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Recht so: Prof. Thomas Mann ohne Robe am Regler.

Quelle: Mischke

Zu Hause haben seine fünf und sieben Jahre alten Kinder die Kontrolle über den CD-Player – im Mr. Jones darf sich Jura-Professor Thomas Mann nach Lust und Laune austoben. Gespielt wird, was dem Prof. gefällt – das ist die Vorgabe: „Wir sollen uns nicht mit modernem Kram dem Publikum anbiedern“, verrät Mann. „Depeche Mode ist da schon ein Kompromiss…“

Und so donnern Nirvana und die Toten Hosen aus den Lautsprechern. Seine Jugendpartys hat der Professor für Öffentliches Recht in den „schmierigen Industriehallen“ des Ruhrgebiets gefeiert.Und auch sonst habe er „in Löchern verkehrt, in denen eher Alternative und Underground gespielt wurden“. Tauglich für diese Veranstaltung sei das aber nicht: „Das war so Underground – die sind nie aufgetaucht.“

„Funkig“ wird es bei Kollege Rüdiger Krause, der das aufgewärmte Publikum mit Earth Wind and Fire und Peter Gabriel übernahm. Was er sonnst noch spielen wolle? „Das was beim letzten Mal am besten angekommen ist“ natürlich. Diesmal also ein „Best of Krause“ bei den Juristen am Turntable.

Rolling Stones, Black Sabbath, Led Zeppelin, Ten Years After: Musik, die Altrocker begeistert, legt Prof. Frank Möbus vom Seminar für Deutsche Philologie im Alfredo auf. Nur: Die meisten Besucher sind deutlich jünger als die Musik, die der Prof. spielt. Der eine oder andere wippt mit, einige wenige tanzen, ansonsten geht es eher gesittet zu.

Ganz andere Stimmung herrscht wenig später im Paulaner: Polonaise, proppenvolle Tanzfläche, Partyhits. Am Plattenteller: Prof. Klaus Michael Stürmer, Chef der Unfallchirurgie im Uniklinikum. Der hat sich auf sein Publikum perfekt eingestellt – vorbereitet unter anderem durch intensives Viva-TV-Gucken, wie er verrät. Aktuelle Hits von Lady Gaga, Katie Perry, den Killers  und Mando Diao werden schnell abgelöst von „Fetenkrachern“ à la Joanna, Major Tom oder Freiheit. Die Gäste lieben es, mehr als drei Stunden lang hält Stürmer die Stimmung am Schwingen. Auf der Tanzfläche bleibt kein Zentimeter frei – Hölle, Hölle, Hölle. Bis nach drei Uhr wird gefeiert und getanzt bis der Arzt kommt – oder geht.

Von Lukas Breitenbach und Britta Bielefeld

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