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Reise zu den Affen im thailändischen Dschungel

Kinderuni Reise zu den Affen im thailändischen Dschungel

Tierisch ging es bei der Vorlesung der Kinderuni zu. Das Thema: „Bei den Affen zu Hause – Geschichten aus dem Dschungel“. Professor Julia Ostner und Doktor Oliver Schülke vom Courant Forschungszentrum „Evolution des Sozialverhaltens“ verdeutlichten den Jungstudenten, wie ähnlich Mensch und Affe sich in manchen Dingen sind. „Schimpansen, Orang-Utans und Gorillas sind unsere nächsten Verwandten“, sagt Ostner.

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Mit den Affen unterwegs: Julia Ostner und Oliver Schülke berichten bei der Kinderuni von ihrer Arbeit im Dschungel.

Quelle: Mischke

Um das Sozialverhalten der Primaten zu erforschen, durchstreifen die beiden Wissenschaftler regelmäßig den Urwald in Thailand – immer eine Gruppe von Affen verfolgend, um jede ihrer Aktivitäten zu dokumentieren: Essen, Faulenzen, Begrüßen, Spielen und Toben. „Wir versuchen, die Tiere in ihren natürlichen Gebieten zu verstehen und zu erforschen.“ Dabei haben sie viele interessante Verhaltensmuster bei den Tieren festgestellt: „Die Männchen schließen Koalitionen und haben enge, langanhaltende Freundschaften“, berichtet Schülke. Und wer viele Freunde in der Affengruppe hat, der wird auch ranghoch und hat somit viele Nachkommen.

Abstimmung im Hörsaal

Woher bestimmte Prägungen im Verhalten von Tier – aber auch Mensch – kommen, sollte eine kurze Abstimmung im Hörsaal und ein auf Video aufgezeichnetes Experiment verdeutlichen. Auf einem Tisch hatten die Akademiker Plüschtiere und Spielzeugautos gelegt. Eine Abstimmung bei den Kindern ergab: Die Mehrheit der Jungs bevorzugt Autos zum Spielen, den Mädchen ist es ziemlich egal, womit sie spielen.

Mit Berberaffen im Affengehege Salem am Bodensee haben sie ein Experiment durchgeführt. Junge Männchen nehmen sich das Plüschtier zum Spielen, während erwachsene und weibliche Berberaffen die Spielzeuge ignoriert haben. „Das hängt mit der Umwelt zusammen“, erklärt Schülke. „Die Männchen der Berberaffen verbringen viel Zeit mit den Babys, die sie als soziales Werkzeug benötigen.“ Denn männliche Berberaffen seien ansonsten aggressiv zueinander. Das Kleintier fungiert als Kontaktbrücke.
„Bei Menschen ist es so, dass die Männer früher die Jagd als Aufgabe hatten, während die Frauen sich um den Rest gekümmert haben.“ Daher komme auch die Bevorzugung eines Autos bei Jungen als Spielzeug, während Mädchen sich gerne mit Autos und Plüschtieren beschäftigen. „Soziales Verhalten wird also von der Umwelt beeinflusst“, schließen die Dozenten ab.

Von Dörte Janßen

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