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Rekord-Höhenflug über Göttingen und Südniedersachsen

6000 Meter ohne Motor Rekord-Höhenflug über Göttingen und Südniedersachsen

Es ist ein Rekord, der nicht nur Segelflieger aufhorchen lässt: Ohne Motorkraft und nur vom Wind getragen ist Jonas Lüer mit einem Segelflugzeug 6000 Meter hoch gestiegen. Minus 35 Grad Außentemperatur herrschen in dieser Höhe, die sonst nur Verkehrsflugzeugen vorbehalten ist. Und sechs Kilometer über dem Harz und über Göttingen ist die Luft so dünn, dass Lüer zusätzlichen Sauerstoff benötigte.

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Auf dem Weg zum Höhenrekord: das Segelflugzeug von Jonas Lüer am Schleppseil in 1500 Meter Höhe.

Quelle: EF

Göttingen / Hattorf. „Das ist ein Höhenflug, den noch kein Segelflieger von Hattorf aus über Südniedersachsen oder gar Norddeutschland erflogen hat“, sagt Götz Reinecke aus Bösinghausen stolz über seinen 23-jährigen Vereinsfreund. Reinecke und Lüer sind Miglieder im „Luftsportverein im Landkreis Osterode“.

Lüer ist Dachdecker, seit Jahren Segelflieger und hat schon viele Streckenflüge gemeistert. Dass ihn dieser Sonntag im Februar hoch hinaus bringen könnte, ahnt er früh. Am Vortag beobachtet er die Wetterlage genau und stellt fest: „Ein starker Südwestwind mit etwa 60 Stundenkilometern in 2000 Meter Höhe – das könnte einen Wellenaufwind auslösen.“

An einen siebenstündigen Extrem-Flug denkt er dabei noch nicht. Lüer verabredet sich mit einem Schlepppiloten, checkt das Segelflugzeug vom Typ DG 100 durch und rüstet es mit einer Sauerstoffversorgung aus. Um 9 Uhr startet das Gespann. Der Motorsegler schleppt ihn am Harzrand entlang auf 2600 Meter Flughöhe. Lüer klinkt das Seil aus – und steigt, unaufhörlich mit 1,5 bis zwei Metern pro Sekunde.

Schnell erreicht er die 3000-Meter-Zone, die übliche Segelhöhe bei Sicht-Flügen. Die Radarstelle der Deutschen Flugsicherung erlaubt ihm per Funk einen höheren Flug, weil gerade wenig los ist im Korridor der großen Airliner. Bei 3500 Meter aktiviert Lüer die Sauerstoffversorgung – und steigt mit seiner DG 100: bis auf die freigegebene Höhe von 6000 Meter. Dann kehrt er im Sinkflug zurück nach Hattorf, durchgefroren aber mit dem Wissen, einen Rekord für diese Region erreicht zu haben.

„Das war schon ein besonderes Glücksgefühl“, beschreibt Lüer den Moment dort oben: „Man kann ewig weit gucken und erkennt die Erdkrümmung, aber ich hätte mich dicker einpacken sollen.“ Dass der 23-Jährige mit seinem Flugzeug so hoch steigen konnte, habe er einer besonderen Wetterlage zu verdanken, erklärt Reinecke. Normalerweise nutzten Segelpiloten die Thermik erwärmter Luft.

Im Wellenaufwind hingegen helfe ihnen ein besonderes Phänomen: Aus bisher unbekannten Gründen entstünden hinter einem Berg Aufwinde als Wellenschwingungen, auf denen ein Segelflugzeug ungewöhnlich hoch getragen werde.

lsv-osterode.de
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Auf Wellen fliegen
Segelflugzeug startet mit einem Schlepper.

Segelfliegen ist auch im Winter möglich. Das beweist neben anderen Flugvereinen der Luftsportverein (LSV) Witzenhausen. Vom Flugplatz Witzenhausen starten seit Oktober Piloten aus ganz Deutschland zu Wellenflügen.

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