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Römerlager bietet noch „aufregendes“ Potenzial

Buch von Klaus Grote Römerlager bietet noch „aufregendes“ Potenzial

Im Jahrzehnt vor Christi Geburt schickte Kaiser Augustus römische Legionen durch die vermeintlich neue Provinz Germania. Wichtige Zwischenstation und Versorgungspunkt war das Lager Hedemünden an einer Furt der Werra. Die Entdeckung 2003 elektrisierte nicht nur Fachleute.

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Buchpräsentation im Göttinger Kreishaus: Klaus Grote und Koautoren bieten einen umfassenden Einblick in den Stand der Forschung.

Quelle: CH

Göttingen. Nach neun Jahren Forschung ist jetzt ein umfassendes, reich ausgestattetes Buch über die Römer in Südniedersachsen erschienen. Der Ausgräber Klaus Grote, bis vor kurzem Kreisarchäologe, stellte das 496 Seiten starke Werk mit zumeist farbigen 439 Abbildungen am Freitag im Göttinger Kreishaus vor – ein Buch, nicht nur für Fachleute.

Der reich ausgestattete Band präsentiert nicht nur die Funde aus dem Römerlager und Außenposten, die teilweise bereits restauriert wurden, sondern bettet die Funde auch in die römisch-germanische Geschichte der Zeitenwende ein. Die Entdeckung Hedemündens, trotz neuer Funde das bislang noch einzig bekannte feste Römerlager in Niedersachsen, erlaubt eine bessere Interpretation der alten Quellen und bietet neue Facetten zum Netzwerk der Römer in Germanien.

Die Archäologen arbeiteten bei der Erforschung und Interpretation der Funde mit zahlreichen Kollegen aus Nachbardisziplinen zusammen. So können Experten anhand der Schlacken mittlerweile genau sagen, wo die Schmieden im Lager standen und dass auch Stahl produziert wurde. Selbst der Steinbruch in der Eifel ist bekannt, aus dem der Mühlstein stammt, mit denen Legionäre in Hedemünden ihr Getreide mahlten. 

„Die Basisarbeit ist gemacht“, stellte Grote zufrieden fest. Nach den Probegrabungen biete das Gelände noch ein „aufregendes“ Potenzial für die Zukunft. Alle gefährdeten Metallobjekte im Oberflächenbereich seien geborgen und dokumentiert, so Grote. „Der Kampf gegen die Raubgräberei war nicht anders zu gewinnen.“ Mit dem Buch werde eine Querbilanz zum Römerlager gezogen, nur eine Stufe für eine Treppe, die noch komme, sagte Grote. Manches, was geschrieben sei, „wird sich vielleicht in Luft auflösen, aber das ist normal in unserem Fach“.

Das Römerthema habe alles in der Kreisarchäologie „getoppt“. Das Interesse sei sehr groß. „Wir haben die Welle genutzt und sind mitgeschwommen.“ Der Archäologe deutete an, dass er ganz froh darüber ist, dass ein großes Besucherzentrum auf dem Römerlager kein Thema mehr ist. Für eine vorsichtige touristische Nutzung wie für Führungen stehe er auch nach seiner Dienstzeit bereit, kündigte Grote an.

Er stehe nach wie vor auf analoge Medien, auf gut gemachte Bücher, sagte der stellvertretende Direktor des Landesmuseums Hannover, Martin Schmidt. „Dies Buch können auch normale Menschen, lesen, verstehen und genießen.“ Finanziert wurde der Band von Land, Landkreis, Sparkassen und privaten Spendern.

Römer in der Region
Klaus Grote, Römerlager Hedemünden. Der Augusteische Stützpunkt, seine Außenanlagen, seine Funde und Befunde, Sandstein-Verlag 2012, 496 Seiten, Subskriptionspreis bis 30. November 59 Euro, Herausgeber Landesmuseum Hannover, mit Beiträgen von Gustav Adolf Lehmann, Eckart Schröder, Frank Berger, Ulrich Werz, Andreas Kronz, Stefanie Wefers, Tatjana Gluhak, Gisela Wolf und Helmut Biebler.  ft
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