Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Römische Artillerie feuert auf dem Harzhorn

Feldgeschütze nach römischem Vorbild Römische Artillerie feuert auf dem Harzhorn

Höchste Sicherheitsstufe am Freitagvormittag auf dem ehemaligen römisch-germanischen Schlachtfeld am Harzhorn nördlich von Northeim: Nicht nur die Bundeswehr, auch Professoren und Studenten der Universitäten Osnabrück und Trier sowie Gymnasiasten samt Lehrer aus Bayern waren angerückt, um sechs selbstgebaute Bolzengeschütze nach antikem Vorbild zu erproben.

Voriger Artikel
Unfalltod: Wenn die Nachricht überbracht werden muss
Nächster Artikel
Unfall auf B 27: Autokran kippt um

Bundeswehr mit ungewöhnlichem Kriegsgerät: David Ginster aus Hamburg bereitet sein Geschütz auf den Abschuss vor.

Quelle: Pförtner

Oldenrode. Und die waren alles andere als Spielerei, sondern ebenso tödlich wie ihre römischen Vorbilder, die in den Jahren zwischen 75 Jahren vor und 400 Jahre nach der Zeitenwende und wohl auch am Harzhorn im Einsatz waren. Die Bedienungsmannschaften verschossen bis zu 30 Zentimeter lange Bolzen mit Metallspitzen. Allerdings nicht mit voller Kraft: Während die Geschütze ihre Bolzen bis zu 400 Meter weit verschießen können, wurden am Freitag nur 70 Meter entfernte Ziele beschossen.

Technik und Aussehen der Geschütze aus Holz und Metall seien wissenschaftlich belegt, sagte Christoph Schäfer, Professor an der Universität Trier und Vorsitzender der Varusgesellschaft: Anhand von Funden in Rumänien, Spanien, Italien und Xanten sowie von zeitgenössischen Zeichnungen und Erläuterungen wurden die Kriegsgeräte originalgetreu nachgebaut.

Nicht nur die Bundeswehr, auch Professoren und Studenten der Universitäten Osnabrück und Trier sowie Gymnasiasten samt Lehrer aus Bayern waren angerückt, um sechs selbstgebaute Bolzengeschütze nach antikem Vorbild zu erproben. ©Pförtner

Zur Bildergalerie

Am aufwendigsten konstruiert waren die Bundeswehr-Geschütze von David Ginster von der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Die Funktionsweise: Durch eine Spannhebelmechanik werden zwei unterschenkeldicke Pferdehaar-Stränge in sich verdreht. Wird die Arretierung gelöst, schleudert ein Schlitten das Geschoss nach vorne. Bei einer realistischen taktischen Einsatzweite von etwa 150 Metern können Geschosse römische Metallrüstungen durchschlagen.

Am durchschlagendsten aber wirkte am gestrigen Freitag das Geschütz des Osnabrücker Geschichts- und Archäologiestudenten Jörn Wallschlag. Aber auch das Gerät der Gymnasiasten aus dem bayerischen Ising machte Eindruck.

Das Harzhorn sah im Jahr 235, dem Jahr der Schlacht am Harzhorn, anders aus als heute, erläuterte die Northeimer Kreisarchäologin Petra Lönne. Stadt des dichten Fichtenwaldes habe es einen lichten Mischwald gegeben. Am Ort des Kampfes, mutmaßte Prof. Günther Moosbauer von der Universität Osnabrück, habe es wohl sogar ein ziemlich freies Schussfeld gegeben – „sonst hätten die Römer ihre Geschütze gar nicht wirkungsvoll einsetzen können“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Klamauk, Quiz und Wissen
Die Römer (in diesem Fall -innen) ziehen hier gegen den Germanen eindeutig den Kürzeren. Zwischenergebnis: 2:2.

Germanen gegen Römer: Endstand 5:4. Am Sonnabend konnten die Ureinwohner ihr Territorium knapp gegen die Invasoren der damaligen Supermacht Rom verteidigen. Also fast wie früher. Allerdings: Ganz ernst nahm die als Wiederholung der Auseinandersetzung am Harzhorn angekündigte „Schlacht“ am Sonnabend in Harriehausen niemand.

mehr
Anzeigenspezial
Die Bilder der Woche vom 2. bis 8. Dezember
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt