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Rund 700 Gläubige beteiligen sich bei schlechtem Wetter an Prozession

Katholiken feiern Fronleichnam Rund 700 Gläubige beteiligen sich bei schlechtem Wetter an Prozession

Rund 700 Katholiken haben gestern zu Fronleichnam auch bei widrigen Witterungsbedingungen ihren Glauben in die Stadt getragen. Die Prozession  durch das Ostviertel stand unter dem Motto „Wo bist du Mensch?“

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Öffentliche Bekundung des Glaubens: Evangeliar und Monstranz werden durch die Straßen Göttingens getragen.

Quelle: Mischke

So schlecht war das Wetter zu Fronleichnam in Göttingen schon lange nicht mehr. Es weht ein unangenehmer Wind, und ein heftiger Schauer geht auf die Gläubigen nieder, die vor der Kirche St. Paulus auf den Start der Prozession warten. Viele haben sich mit Regenschirmen gewappnet, was die Lage erträglicher, aber immer noch nicht gemütlich macht. Vielleicht auch deswegen sind es weniger Gläubige als sonst, die sich auf den Weg gemacht haben: Rund 700 Katholiken nehmen in diesem Jahr an der Prozession teil. 

Der evangelische Pastor Henning Kraus, der bei der Prozession traditionell das Evangeliar trägt, sagte in seiner Ansprach, die Christen seien aufgerufen, in einer unmenschlichen Welt das  menschliche Antlitz Gottes zu zeigen. Ein unmenschliches Antlitz habe sich in einer entfesselten Finanzwelt der reinen Gewinnmaximierung gezeigt. Den Preis zahlten nun Familien, die in Arbeitslosigkeit und Armut abrutschten. Auch das Zusammenleben in vielen Familien sei gestört, unter anderem durch Computerspiele. 

Christen glaubten an einen Gott, der in Jesus Christus sein menschliches Antlitz gezeigt habe und eine Glaubenskraft, die Unglauben und Unmenschlichkeit überwinde. Mit der Prozession gelte es, diesen Glauben in die Welt zu bringen. Dies geschah durch Gesang, Fürbitten und biblischen Lesungen. 

Diakon Helmut Hanusch machte beim Altar am Eichendorffplatz noch einmal einen kleinen Schlenker zum Wetter: „Jesus begleitet uns in allen Höhen und Tiefen, in allen Wetterlagen, in äußerlichen und innerlichen.“ Der Mut, die Prozession trotz Regen zu starten, zahlte sich jedenfalls aus. Denn bald blieb es trocken, wenn auch weiter ungemütlich. Den Glauben in die Stadt zu tragen, gelingt offenbar auch bei schlechtem Wetter: Ein Postbote, der gerade Briefe bei einem Haus an der Dahlmannstraße einwirft, pfeift die Melodie des Liedes mit, das gerade in der Prozession gesungen wird: „Nun singe Lob, du Christenheit“. 

Fronleichnam heißt auch das „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Es verweist auf das Abendmahl. Gefeiert wird die bleibende Gegenwart Christi in den Abendmahlsgaben von Brot und Wein.

Ein Video finden Sie hier

Von Jörn Barke

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