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SMS mit Folgen

Aus dem Amts- und Landgericht SMS mit Folgen

Gerade ist sie 20 geworden – und gehört doch schon wie Telegramm, Telefax und Brief zu den bedrohten Arten der Kommunikation: die SMS. Wie viel Unheil sie in diesen Jahren angerichtet hat, wie viele Ehen oder Beziehungen an ihr zerbrachen, kann man nur schätzen.

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Göttingen. Einen 51 Jahre alten Göttinger hat sie gar ins Gefängnis gebracht. Dabei war es weniger die SMS als solche als seine Reaktion darauf, die zu einem Jahr Knast führte – ohne Bewährung.

Der Text hatte es aber auch in sich. Er ließ der Fantasie freien Lauf: „Vielen Dank für die geile Nacht.“ Als die Worte auf dem Handydisplay des Freundes einer jungen Göttingerin auffielen, gab es erst eine Szene und dann handfeste Rache. Wie handfest, das zeigt ein Foto in der Prozessakte: über und über blaue Flecken zieren die Schreiberin, ihr Auge blutunterlaufen, so rot wie ihre gefärbten Haare.

Der Staatsanwalt nennt so ewas Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung und schreibt eine Anklage. Die führt zum Urteil, das gegen die junge Frau im Amtsgericht auch gleich rechtskräftig wurde. Nur der 51-Jährige, der erst die Nacht wohl genossen und dann in Solidarität mit der von ihm gehörnten Dauerpartnerin sich undankbar an der Rache beteiligt hatte, wehrte sich bis Montag noch gegen eine Verurteilung. Aber eher halbherzig. Zum Termin in der Berufungsinstanz, dem Landgericht, erschien er nicht.

Weder Verteidigerin noch Bewährungshelfer haben Kontakt. Bei der Führungsaufsicht, der er wegen der letzten seiner 28 Vorstrafen – zumeist Körperverletzung – untersteht, hat er sich seit Januar nicht mehr gemeldet. Die einschlägigen Vorstrafen waren auch der Grund, weshalb man den Mann nach der Attacke gegen die sich bedankende SMS-Schreiberin gleich in Untersuchungshaft genommen hatte. Immerhin ein halbes Jahr saß er dort.

Damit ist die Hälfte des einen Jahres Haft, das ihm das Amtsgericht aufbrummte, bereits abgesessen. Und seit gestern ist nun auch der Rest rechtskräftig.Alles wegen einer SMS.

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