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SPD/Linke lehnt Windräder bei Sieboldshausen ab

Gegenwind für Windpark SPD/Linke lehnt Windräder bei Sieboldshausen ab

Die Nachricht hat nicht nur in Sieboldshausen für Aufsehen gesorgt: Bis zu elf Windräder von 150 bis 200 Metern Höhe will die Windkraft Nord (WKN) AG in der Nähe der Ortschaft bauen (Tageblatt berichtete). Anlass für die Bürgerinitiative (BI) „Pro Region Sieboldshausen-Volkerode“, das Projekt noch stärker zu kritisieren, als sie es ohnehin schon tat.

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Potenzielle Fläche für Windkraftanlagen: das Gebiet zwischen Sieboldshausen und der Biogasanlage (im Hintergrund).

Quelle: Hinzmann

Rosdorf/Sieboldshausen. Ausgerechnet von der Politik, der die BI eine mangelhafte Informationsstrategie vorwirft, erhält sie aber jetzt Rückendeckung: Wie Jörg Kunkel (SPD) gegenüber dem Tageblatt bestätigt, lehnt die Gruppe von SPD und Linke im Gemeinderat einen Windpark zwischen Rosdorf und Sieboldshausen „zum jetzigen Zeitpunkt“ ab. Klingt einfach, ist es aber nicht.

Denn Windräder sind privilegierte Anlagen. Kommunen können nicht verhindern, dass sie gebaut werden. Sie können nur Vorrangflächen ausweisen, gestützt auf ein Gutachten. Dieses hat für die Gemeinde Rosdorf ergeben, dass lediglich zwei Flächen für die Windenergienutzung infrage kommen: der Bereich südlich und östlich von Volkerode entlang der A 7 und eben die große Fläche zwischen Rosdorf und Sieboldshausen südlich der Biogasanlage.

Fläche in Volkerode

„Der Rat kann aber nicht sagen, dass er keine Windparks haben will“, erklärt dazu Rosdorfs Bürgermeister Harald Grahovac (SPD). „Irgendeine Fläche muss man zur Verfügung stellen.“ Einen Standort könne man zudem nur ablehnen, wenn es geeigneten Ersatz gebe. „Wenn also genügend Fläche in Volkerode vorhanden wäre, könnte man sagen, dass man dafür auf den Standort bei Sieboldshausen verzichtet.“ Er glaube aber nicht, dass das Gebiet bei Volkerode dafür ausreiche.

Um diese Probleme weiß auch die Gruppe SPD/Linke. Sie schlägt daher eine überregionale Planung vor. „Ich glaube, der Landkreis ist da schon dran“, sagt Kunkel. Zum Beispiel könne man Schnittmengen mit der Gemeinde Friedland suchen.

Die Ausweisung von Vorranggebieten dürfte aber weiterhin Priorität haben. Und auch da gilt, wie Kunkel einräumt: „Unser Gestaltungsspielraum ist nicht so groß.“ Bislang ist laut Gutachten zum Beispiel ein Abstand der Windkraftanlagen zu den Wohngebieten in Sieboldshausen von 850 Metern vorgesehen – was die BI bemängelt. Wolle man diesen Abstand aber auf 1250 Meter vergrößern, müsse man dies ausreichend begründen, erklärt Kunkel. „Wir werden daher keine Experimente machen, alles muss gerichtsfest sein.“ Das betont auch Grahovac: „Jede Änderung muss begründbar sein, sonst ist sie rechtlich angreifbar.“ Die Bürger jedenfalls wolle man an diesem Prozess so gut es geht beteiligen, sagen beide.

Zu wenig Wind weht

Vielleicht erledigt sich das Problem aber auch ganz von allein – zumindest für Sieboldshausen. Denn sowohl Grahovac als auch Kunkel glauben, dass auf der vorgesehenen Fläche zu wenig Wind weht. Als Beleg für diese These führt Kunkel das Vorhaben der WKN an, in dem Bereich mit einem Masten erst einmal den Wind zu messen. Auch das aber klingt irgendwie zu einfach.

► Ein Vertreter der WKN stellt in der Ratssitzung am Montag, 22. April, die Pläne der Firma vor. Beginn ist um 18.30 Uhr im Gemeindezentrum, Am Plan 1. Im Bauausschuss am Mittwoch, 24. April, geht es dann um die Ausweisung von Vorranggebieten. Beginn ist ebenfalls um 18.30 Uhr im Gemeindezentrum.

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