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Schedener Ortsheimatpflegerin legt ihr Amt nieder

Engagement fürs Heimatmuseum Schedener Ortsheimatpflegerin legt ihr Amt nieder

„Ich habe mir ein Hobby ausgesucht, das viel Arbeit macht“, sagt Marianne Beuermann. Sie klingt dennoch nicht wehleidig, während sie an Wurstkreuz, Backetrog und Kuchenstuhl entlangschreitet. Über diese Gerätschaften, die nur wenigen noch ein Begriff sind, weiß die 64-Jährige Bände zu füllen.

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Umgeben von ihren Schätzen: Marianne Beuermann im Fünzigerjahre-Raum ihres Heimatmuseums.

Quelle: Hinzmann

Scheden. Ihr gehört das Heimatmuseum in Scheden – ein Grund dafür, dass sie ihr Amt als Ortsheimatpflegerin niedergelegt hat.

Ein anderer Grund heißt Lukas und kämpft gerade mit seinem Holzschwert gegen eine Phalanx aus historischen Milchkannen, die den Hof der Beuermanns säumen. „Mein Enkel ist gerade in der Phase, in der er alles wissen möchte. Neulich hat er eine Kassiererin nach ihrer Hausnummer gefragt“, erzählt Beuermann lachend, während sie die verschlungenen Gänge des Museums abschreitet, das in einer riesiegen Scheune untergebracht ist.

Sie spricht lieber von anderen als sich selbst, am allerliebsten aber über ihren Geburtsort Scheden, dem sie ihr Leben lang treu geblieben ist. Die Dorfgeschichte von Scheden, Meensen und Dankelshausen hat sie seit 2001 als Ortsheimatpflegerin gründlich dokumentiert.Auch wenn die Stapel von prall gefüllten Ordnern einen anderen Eindruck machen: Beuermanns Arbeit besteht nur zu einem kleinen Teil aus Chronistenpflicht.

Sie war und ist ständig in Kontakt mit Anwohnern und beantwortet Anfragen aus ganz Deutschland. „Der neue Ortsheimatpfleger muss sich vor allem um die Gegenwart kümmern“, sagt sie. Die gestaltet Beuermann für sich nun mit ihrer Volkstanzgruppe und der Arbeit in der Johann-Joachim-Quantz-Gesellschaft.

Dass ihr Enkel an diesem Tag ausgerechnet gegen Milchkannen kämpft, ist kein Zufall: Im Stanzwerk Oberscheden wurden von 1898 bis 1988 Milchkannen hergestellt, die unter anderem im Museum besichtigt werden können. „Heute kommt die Milch ja aus der Tüte“, sagt Beuermann – ihr Tonfall macht deutlich, was sie davon hält.

Die Geschichte Schedens ist daher nicht allein auf sich selbst bezogen. Anhand der Ausstellungsstücke lassen sich Gesellschaft, Kultur und Werte des ländlichen Lebens im 19. und 20. Jahrhundert rekonstruieren. Zumindest, wenn man so gut Bescheid weiß wie Marianne Beuermann.

Von Jonas Rohde

Die Saison des Heimatmuseums beginnt im April. Anmeldungen und Führungen unter Telefon 05546/688
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