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Schmerzensgeld: Ramaswamy verbreitet Aussage eines Eon-Sprechers

„Ich sag das mal so provokativ …“ Schmerzensgeld: Ramaswamy verbreitet Aussage eines Eon-Sprechers

Der Atomausstieg ist beschlossen, die Tage des Meilers in Grohnde bei Hameln sind gezählt, trotzdem investiert Betreiber Eon 2,5 Millionen Euro in die Sanierung der Kühltürme. „Warum?“, fragt ein Mitreisender der Göttinger Besuchergruppe den Eon-Sprecher. Und Claus S. antwortet: „Ja, ich sag das einfach mal so provokativ: Ich glaub es einfach nicht.“

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Mit umstrittenem Video: Meinhard Krischke Ramaswamy, der sich einer Klage des ehemaligen Eon-Sprechers erwehren muss.

Quelle: Hinzmann

Grohnde/Hannover/Göttingen. Atomkraftwerk-Betreiber Eon, so vermittelt er den Eindruck, glaubt nicht an den Atomausstieg.

Diese Aussage, aufgenommen per Kamera von dem Göttinger Piraten-Politiker und Fachjournalisten Meinhard Krischke Ramaswamy, steht im Mittelpunkt einer Schmerzensgeld-Klage vor dem Landgericht Hannover. Am 19. Februar will das Gericht entscheiden, ob sie dem inzwischen entlassenen Eon-Sprecher 8000 Euro Schmerzensgeld zuspricht, weil der Göttinger Ramaswamy  die peinlichen Aussage des Eon-Mannes verbreitet hat.

Allerdings: Wer verbreitet hat, ist noch strittig. Der Göttinger hat sein Filmmaterial einfach den Kollegen von den Anti-Atom-Piraten zur Verfügung gestellt, und die wiederum stellten die Filmsequenz im Internet bei Youtube ein. Die Aussage sorgte für einen Sturm der Entrüstung – auch bei dem, der sie gemacht hat. S. will mit einer Veröffentlichung nicht gerechnet haben, sei danach zusammengebrochen, habe den Job verloren und will jetzt Schmerzensgeld von Ramaswamy.

Dabei, so der, sei klar gewesen, dass er als Journalist da ist, er habe auch seinen Presseausweis sichtbar am Revers getragen, und dass sein Filmen dem Eon-Mann nicht unbemerkt bleiben konnte, ergebe sich schon aus den Nahaufnahmen selbst.

„Vertraulichkeit des Worts“

Der Pirat hatte am 14. Juni 2012 eine Gruppe der katholischen Hochschulgemeinde nach Grohnde begleitet. Weil er sich als Journalist angemeldet habe, sagt er, sei sogar eine Besichtigung des Reaktors abgesagt und der Besuch auf einen Termin im Informationszentrum beschränkt worden.

Die Eon hatte hernach auf den Wirbel im Netz mit der Erklärung reagiert, es handele sich bei S.s Aussage „nicht um eine Unternehmensposition, sondern um die private Auffassung des Mitarbeiters“. Und weiter: „Die Eon respektiert selbstverständlich die politischen Entscheidungen zum Ausstieg aus der Kernenergie.“

Gleichwohl muss sich der Göttinger nun der Klage erwehren, weil er angeblich gegen die „Vertraulichkeit des Worts“ verstoßen und zudem S. unerlaubt gefilmt habe. Dabei kennt sich Ramaswamy gerade mit dem Recht am eigenen Bild besonders gut aus: Erst jüngst hatte er im Verwaltungsgericht eine eigene Klage gegen die Polizeidirektion gewonnen, weil die eine Demonstration ohne Rechtsgrundlage gefilmt hatte.

Nun soll er der Rechtsbrecher sein? Ist er nicht, hat die Staatsanwaltschaft bereits festgestellt. Ein auf Strafanzeige von S. eingeleitetes Verfahren wurde eingestellt: Kein öffentliches Interesse.

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