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Schneller surfen: Asche hilft sich selbst

Ortschaft finanziert Glasfaserkabel Schneller surfen: Asche hilft sich selbst

In fast allen Dörfern in der Region ist es ein Thema: die Breitbandversorgung auf dem Land. Ein nicht zeitgemäßer Internet-Anschluss hält Unternehmen davon ab, sich anzusiedeln. Unzufrieden waren bislang auch die Ascher. Doch sie haben das Problem in die Hand genommen und sorgen selbst für eine bessere Technik.

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Am Kabelverzweiger: Dirk Will, Norbert Helbig und Walter Klinge (v. l.) aus Asche.

Quelle: Heller

Asche. Asche sei nicht mitberücksichtigt worden, als der Breitbandversorger ein Glasfaserkabel von Ellierode nach Hettensen gelegt habe, erklärt Ortsbürgermeister Walter Klinge. Das Dorf sollte über den Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) versorgt werden. Doch das war vielen zu unzuverlässig. Die Baumaßnahmen, die nötig waren, um Asche zum Bioenergiedorf zu machen, wollten sie für eine Lösung mit Kabel nutzen. Gelegen kam ihnen dabei eine alte Wasserleitung.

Aus einem Brunnen an der Kreuzung zwischen Hettensen und Ellierode sei Asche früher mit Wasser versorgt worden, erzählt Klinge. Aus dieser Zeit stammt die Wasserleitung. Jetzt bekommt Asche sein Wasser aus dem Hochbehälter in Hettensen. Das Wasserrohr wird nicht mehr genutzt. Und nur zwei Meter entfernt von dem alten Brunnen verläuft die Glasfaserleitung nach Hettensen. In der alten Wasserleitung wurde ein Glasfaserkabel bis zum Kabelverzweiger für das Dorf eingeführt und mit dem Kabel für Hettensen verbunden.

Um das nötige Geld dafür aufzubringen, rund 45 000 Euro, gaben die Dorfbewohner ihren Teil. Die Initiatoren gingen von Haus zu Haus und sammelten zusätzlich zu einem festgelegten Beitrag jedes Haushalts Spenden, um das Kabel zu finanzieren. 95 Prozent der Ascher hätten sich an dem Projekt beteiligt, sagt ihr Ortsbürgermeister Klinge stolz. Mit Norbert Helbig und Dirk Will hat er eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet, die nun als Vertragspartner für den Internet-Anbieter auftritt. VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) können die Ascher mit dem neuen Glasfaserkabel bald empfangen. Das ist eine DSL-Technik, die wesentlich höhere Datenübertragungsraten über gebräuchliche Telefonleitungen liefert. Doch noch ist nicht alles fertig. „Ich weiß nicht, ob wir es bis Weihnachten noch hinkriegen“, sagt Klinge.

Für ihn als Ortsbürgermeister ist das Projekt ein Beitrag, „um unser Dorf ein bisschen zukunftsfähig zu machen.“ Asche sei bislang das Dorf mit dem größten Bevölkerungsschwund im Stadtgebiet. Derzeit zählt Asche etwa 380 Einwohner. Als Bioenergiedorf mit guter Breitbandversorgung könne es auch junge Menschen anziehen, hofft der Ascher.

Das Beispiel aus Asche macht nun Schule. Der Ortsrat Gladebeck will sich dort informieren, so der Beschluss in der jüngsten Sitzung.

Von  Ute Lawrenz

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Fertiggestellt

Im April 2011 haben die Ascher mit der Planung begonnen, am vergangenen Sonntag hat sich Asche als Bioenergiedorf der Öffentlichkeit präsentiert. Das Nahwärmenetz ist nun fertig: „Jeder hat die Leitung im Haus“, so Karl Krull aus dem Vorstand der Genossenschaft Bioenergiedorf Asche. Bis Ende November sollen auch die letzten Asphaltierungsarbeiten für das anteilig geförderte 1,4-Millionen-Projekt beendet sein.

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