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Schöne Schulräume in Göttingen – wie geht das?

Diskussion am OHG Schöne Schulräume in Göttingen – wie geht das?

„Die ‚Schule der Zukunft’ ist einladend, kinderfreundlich, harmonisch und vor allem individuell“, sagte Christian Rittelmeyer, Göttinger Erziehungswissenschaftler, am Dienstag während einer Diskussion am Otto-Hahn-Gymnasium. Die zentrale Frage lautete: „Wie tragen Lernräume zum Lernen bei?“

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Diskussion über gute Lernräume vor etwa 200 Gästen im Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium.

Quelle: Niklas Richter

Göttingen. Während die Lösung nach der sogenannten „Schule der Zukunft“ deutschlandweit Experten und Betroffene beschäftigt, ist das OHG von der Raumnot schon heute direkt betroffen. Schüler als auch Lehrer demonstrierten bereits im Mai gegen den drohenden Entschluss der Göttinger Stadtverwaltung einen Anbau abzulehnen und einzelne Klassen der Schule in die nahe liegende Berufsschule auszulagern. Besonders in Zeiten von Ganztagsschulen, in denen Schüler häufig den halben Tag in der Schule verbringen, werde es umso wichtiger, dass die Gestaltung der Schulgebäude die Schüler beim Lernen unterstützt, betonten Rittelmeyer. Studien würden sogar beweisen, dass eine sympathisch wirkende Schule die Aggressionen und die Krankheitsanfälligkeit der Schüler senken und ihre akademischen Leistungen verbessern würden.

Andere Umgebung nötig

„Für Schüler ist die Schule nicht nur Lernraum, sondern auch Lebensraum“, ergänzte Sarah Borchert aus der Schülervertretung die Bedeutsamkeit einer einladenden schulischen Umgebung. „Schule der Zukunft - wie lange währt das überhaupt? Gibt es übergeordnete Konstanten für eine kinderfreundliche und sympathische Schule?“, fragte sich Monika van Vught, Architektin und Mutter eines Schülers am OHG. Einen konkreten Entwurf könne es, Rittelmeyer zufolge, nicht geben, da vor allem die Individualität der jeweiligen Schulen gewährleistet sein müsse. Wichtig seien diesbezüglich Transparenz, Wärme und Weichheit. Außerdem müsse entwicklungspsychologisch gehandelt werden. Gymnasien bräuchten eine andere Umgebung als Grundschulen. Die Umgebung solle die Schüler jedoch in jedem Fall dazu animieren sich zu beteiligen.

Eine wichtige Erkenntnis der Teilnehmenden war, dass die Schulgebäude für ein gesundes Schulklima nicht von Grund auf neu errichtet werden müssten. Selbst Bereiche, die einst vom Lernen abschreckten, könnten durch einen neuen Anstrich zum Mitmachen anregen. Rittelmeyer verlautete, dass speziell das OHG sich im Vergleich zu früher zu einer Schule entwickelt habe, in die Schüler gerne gehen würden. Die Schülervertretung konnte dies bestätigen. Ihnen gefalle es, wenn sie jetzt sehen, dass jüngere Jahrgänge ihre Klassenzimmer mit bunten Plakaten persönlich gestalten würden. Die Freiheit, einen Raum nach eigenen Vorstellungen einrichten zu können, sei bereits ein wichtiges Kriterium für eine einladende Schule.

Im schlimmsten Fall beschränkt der Klassenraum

Von Raumnot und ungeeigneten Lernräumen betroffen seien auch die Lehrkräfte. Die Anwesenden waren sich einig, dass zwischen den pädagogischen Fähigkeiten eines Lehrers und den räumlichen Gegebenheiten eine wechselseitige Beziehung herrsche. Wenn ein Klassenraum beengt und dunkel sei, könne ein Lehrer selbst mit dem besten Unterricht nichts ausrichten. Im schlimmsten Fall werde der Unterricht also durch den Klassenraum beschränkt.

Die Zufriedenheit der Schüler und Lehrer sei zudem ein Anliegen, dass die Eltern gleichermaßen betreffe. Besonders arbeitstätige Elternteile wie es bei van Vught der Fall ist, würden darauf bauen, dass sich ihre Kinder in der Schule wohlfühlen. Schließlich würden die Kinder bereits im jungen Alter eine beträchtliche Zeit des Tages auf dem Schulgelände verbringen, so dass der Anspruch hoch sei. Die Schule müsse also nicht nur in Klassenräumen, sondern auch auf Schulhöfen und Pausenbereichen die Schüler in ihren Tätigkeiten unterstützen und Raum für eigene Idee lassen.

Noch in diesem Jahr will der Rat der Stadt entscheiden, ob das OHG einen Anbau bekommt. Wenn er so entscheiden sollte, werde dieser bis 2021 auch fertiggestellt, versichert Schuldezernat Siegfried Lieske.

Von Lisa Hausmann

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